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Eine Spendenaktion soll den Verbleib des documenta-Kunstwerks "Obelisk" in Kassel ermöglichen.

Das bringt der Tag

Frühlings-Freude über GroKo und Wahlkampf reloaded

+++ Hessischer Ministerpräsident Bouffier drängt auf Regierungsbildung +++ Streit um documenta-Kunstwerk +++ Frankfurts OB Feldmann stellt Übernachtungsstatistik vor und ist auf Wahlkampftour +++ Familie bei Brand auf Balkon verletzt +++

Guten Morgen aus Frankfurt! Die Mainmetropole startet mit vielversprechenden Temperaturen in die Woche. Bis zu 11 Grad sind für heute angesagt, ähnlich angenehm soll es im Laufe der Woche bleiben. Am Samstag könnten es sogar bis zu 14 Grad werden. Der Frühling kann kommen!

Pünktlich zum Frühlingsanfang haben sich die SPD-Mitglieder für die große Koalition entschieden und damit ihrer Führung vorerst „den Arsch gerettet“, wie Fraktionschefin Andrea Nahles sagen würde. Wenig überraschend freut man sich auch in Hessen, dass der Hickhack um ein Bündnis mit der Union endlich vorbei ist, auch wenn sich der SPD-Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel „stolz auf unsere Partei und die Diskussionskultur“ zeigt. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) spricht staatstragend von einem „guten Tag für die Menschen in unserem Land“ und fordert die schnelle Bildung einer stabilen Regierung. Zum Start in die Woche sind weitere Reaktionen aus der Landespolitik zu erwarten.

Hessische Unternehmen fordern Breitbandausbau

Anstatt sich an der Lobhudelei zu beteiligen, haben hessische Unternehmer andere Sorgen: Sie fordern einen massiven Ausbau der Breitbandnetze. Die Betriebe müssten flächendeckend kurzfristig zu Angeboten mit einer Datenübertragungsrate von deutlich mehr als 50 Megabit pro Sekunde erhalten, fordert der Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, Wolf Matthias Mang. Spätestens 2025 solle dann die Infrastruktur für Übertragungen in Gigabit geschaffen sein, denn: „Daten sind das neue Gold.“ Konkret fordert Mang von der Landesregierung, sich auf Bundesebene für mehr Investitionsanreize und einen fairen Wettbewerb einzusetzen und die wirtschaftlich schwächeren Regionen in Hessen finanziell zu unterstützen.

Ob die neue alte GroKo das Thema Internet in Zukunft ernster nehmen will als bisher, ist dem Koalitionsvertrag nicht zu entnehmen und darf bezweifelt werden. Den gesamten Forderungskatalog an die Landesregierung wollen die Unternehmerverbände jedenfalls erst am kommenden Dienstag in Wiesbaden vorlegen – vielleicht aus Respekt vor den ausgelassenen GroKo-Feierlichkeiten in der CDU. Aus der Landeshauptstadt sind heute Mittag außerdem Zahlen des Statistischen Landesamts zum Bauhauptgewerbe im Jahr 2017 sowie zum Ausbildungsjahr 2017/2018 zu erwarten.

Feldmann mit Übernachtungsstatistik und Wahlkampftour

Und was passiert in Frankfurt? Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hält sich nicht lange mit GroKo-Feierlichkeiten auf und stellt gleich mal die Gäste- und Übernachtungsstatistik für das Jahr 2017 vor. Abgesehen davon ist Feldmann vor der OB-Stichwahl am Sonntag vor allem mit Wahlkampf beschäftigt, um seine komfortable Position gegenüber seiner Außenseiter-Kontrahentin Bernadette Weyland von der CDU zu halten. Wir berichten in unserem Tagesthema über den Kampf mit Gummibärchen und Rosen.

Eine Stichwahl steht übrigens auch am 18. März im Wetteraukreis an, dort mit umgekehrten Vorzeichen: Jan Weckler von der CDU liegt im Landratsrennen vorn, SPD-Kandidatin Stephanie Becker-Bösch gibt sich kämpferisch. Außerdem wurden am Sonntag in Dutzenden hessischen Städten und Gemeinden die Rathauschefs gewählt, wir haben die Ergebnisse.

Mutmaßlicher Islamist am Flughafen festgenommen

Am Frankfurter Flughafen wurde der 28 Jahre alte Islamist Bilal G. aufgrund eines Haftbefehls festgenommen und an der Ausreise nach Istanbul gehindert. Über den Grund der Verhaftung war am Wochenende wenig zu erfahren. Im Haftbefehl heißt es, G. habe zu einer schweren staatsgefährdenden Straftat Beihilfe geleistet. Das kann vieles bedeuten – auch die Unterstützung von Terrororganisationen.

Der 28-Jährige ist im Rhein-Main-Gebiet vor allem wegen der Koranverteil-Aktion „Lies“ und seinen Kontakte zu dem bekannten islamistischen Prediger Pierre Vogel bekannt.

Kassel streit um documenta-Kunstwerk

In Kassel wird weiter um das documenta-Kunstwerk „Obelisk“ gestritten. Von einem Ankauf ist die Stadt nach derzeitigem Stand weit entfernt. Über einen Monat nach Beginn einer Spendenaktion seien 93.000 Euro eingegangen, sagte Susanne Völker, Kulturdezernentin der Stadt, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Vereinbart worden waren mit dem Künstler Olu Oguibe 600.000 Euro.

Der Ankauf von documenta-Werken hat in Kassel Tradition: 16 Installationen stehen in der nordhessischen Stadt, in der alle fünf Jahre die weltweit bedeutendste Ausstellung für moderne Kunst stattfindet. Oft sind es Publikumslieblinge, die über Spenden angekauft werden. In diesem Jahr ist das anders: Die vom nigerianisch-amerikanischen Künstler Oguibe geschaffene Steinsäule spaltet die Meinungen. Einige finden die Steinsäule schlicht hässlich, andere den Standort in der Innenstadt unpassend. Auch eine Debatte um den Wert von Kunst ist entbrannt. Einen Tag nach Beginn der Sammlung schmierte eine Mann die Frage „600 000? Seid ihr blöd?“ auf die Säule.

Selbst politisch ist das Kunstwerk, das sich mit Flucht beschäftigt, Gesprächsthema. Es trägt die in Deutsch, Englisch, Arabisch und Türkisch verfasste Inschrift „Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt“ aus dem Matthäus-Evangelium. Ein AfD-Politiker bezeichnete die Säule im vergangenen Jahr als „entstellte Kunst“ und sorgte so für einen Eklat. „Man muss aber auch deutlich machen: Nicht jeder, der sich gegen den Obelisken ausspricht, ist Rassist“, sagt die Kulturdezernentin. Trotz oder gerade wegen der Konflikte sei der Obelisk ein gutes Kunstwerk: „Kunst, die keine Debatte auslöst, hat ihre Klasse verloren“, erklärt Völker. Sie hält es für möglich, dass die Kasseler am Ende doch ihren Frieden mit dem Obelisken machen. 

Noch bis Ende April soll in Kassel Geld gesammelt werden. Bisher haben vor allem Privatpersonen und eine Stiftung gespendet. Auch ein Verfehlen der Ankaufsumme muss laut Völker nicht das Verschwinden des Kunstwerks aus Kassel bedeuten: „Das mit Oguibe vereinbarte Prozedere sieht vor, dass das Ergebnis offen ist.“

Vierköpfige Familie bei Brand auf Balkon verletzt

Bei einem Feuer auf einem Balkon in Liederbach am Taunus ist am frühen Montagmorgen eine vierköpfige Familie verletzt worden. Die Flammen hätten gegen die Scheibe gedrückt und diese zerstört, die Erdgeschosswohnung sei unbewohnbar, berichtete die Polizei in Wiesbaden. Die Mutter und die beiden Kinder hätten sich Rauchgasvergiftungen zugezogen, der Vater Verbrennungen an den Händen. Er hatte offenbar versucht, Schlimmeres zu verhindern und brennende Gegenstände vom Balkon geworfen. Ersten Ermittlungen zufolge war ein Elektrogerät in Brand geraten. Die genaue Ursache de Feuers war zunächst aber noch unklar.

Mann in Wohnung mit Messer angegriffen

Ein 33-jähriger Mann ist in einer Wohnung in Wiesbaden mit einem Messer schwer verletzt worden. Wie die Polizei weiter mitteilte, hatte der 51 Jahre alte Wohnungsinhaber am Sonntagabend die Polizei gerufen. Als die Beamten die Wohnung betraten, fanden sie den 33-Jährigen, der stark blutete. Der Mann schwebte am Montagmorgen nicht mehr in Lebensgefahr. Beide Männer seien stark betrunken gewesen.

In der Wohnung hielten sich noch zwei andere Männer auf, die ebenfalls viel Alkohol getrunken hatten. Der Hintergrund der Tat habe daher noch nicht ermittelt werden können. (pasc/dpa)

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