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Einfacher Reisen: Eine S-Bahn-Linie bis zum Terminal 3 des Frankfurter Flughafens wäre eine Erleichterung.

Nahverkehr in Frankfurt

Fraport soll S-Bahn-Ausbau bezahlen

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Der Terminal 3 des Frankfurter Flughafens soll einen S-Bahn-Anschluss haben. Die Kosten für den Ausbau der Strecke soll Fraport übernehmen, fordert die Stadt. Der Flughafen-Betreiber lehnt das ab.

Die Stadt Frankfurt fordert die Flughafenbetreiberin Fraport auf, den S-Bahn-Anschluss an das Terminal 3 auf eigene Kosten zu bauen. „Fraport sollte den S-Bahn-Anschluss ganz oder zumindest zum großen Teil übernehmen“, sagte der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Es sei ihm „unbegreiflich“, warum Fraport diese Forderung seit Jahren negiere.

„Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten auf Fraport zugehen und Gespräche führen“, sagte der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef (SPD). „Wir gehen davon aus, dass uns die Landesregierung unterstützen wird.“ Das Land Hessen führt seit längerem Gespräche mit Fraport mit dem Ziel, einen S-Bahn-Anschluss herbeizuführen.

Fraport wies die Forderung der Stadt allerdings zurück. „Terminal 3 wird natürlich mit Pkw, Bus und Taxi gut über die neu gebauten Anbindungsstraßen erreichbar sein“, sagte Unternehmenssprecher Jürgen Harrer auf Anfrage. Für das neue Personen-Transport-System Skyline zum Terminal 3 gebe Fraport einen dreistelligen Millionenbetrag aus. „Eine direkte S-Bahn-Anbindung ist somit nicht erforderlich“, sagte Harrer. 

„Der S-Bahn-Anschluss ist unabdingbar, um das steigende Verkehrsaufkommen aufzufangen“, sagte indes Stadtrat Josef. Nach der Fluggastprognose von Fraport steigt die Zahl der Passagiere von 58 Millionen (2013) auf 86 Millionen (2030). Das entspreche im Jahr 2030 rund 340 000 Fahrten am Tag, von denen nur rund ein Drittel auf den öffentlichen Verkehr entfallen würden. „Wenn die Fraport ihre eigenen Prognosen ernst nimmt, ist ein zusätzlicher S-Bahn-Anschluss für die Abwicklung des Verkehrs notwendig“, so Josef. Das Straßennetz im Rhein-Main-Gebiet würde durch den Anschluss um 22 Millionen Pkw-Kilometer im Jahr entlastet.

Passagier-Aufkommen nicht über Autoverkehr abwickeln 

Fluggäste, die vormals mit dem Auto zum Flughafen Hahn gefahren seien, würden nun mit dem Auto zum Frankfurter Flughafen fahren, sagte Josef. „Das wird auch die umliegenden Kommunen belasten und für weitere Staus auf der Autobahn A5 sorgen.“ Stadtrat Oesterling erinnerte daran, dass die Vorgängerin von Fraport, die FAG, den S-Bahn-Anschluss zum Regionalbahnhof bezahlt habe. Das Verkehrskonzept von Fraport, wonach Busse vom Südbahnhof in Sachsenhausen zum Terminal 3 fahren sollen, sei „nicht optimal“. „So einen Verkehrserzeuger wie T3 kann man schlecht über Autoverkehr und Busse anbinden.“

Oesterling und Josef unterstützen folgende Trasse für den S-Bahn-Anschluss: Die S-Bahn-Linie S7 soll aus Richtung Frankfurt hinter Zeppelinheim zum Terminal 3 abbiegen, wo sie in einer unterirdischen Station vor dem Terminal 3 halten soll. Dann soll die S7 vor Mörfelden/Walldorf wieder auf diese Schienenstrecke fahren. Zum Terminal 3 soll die S7 zweimal in der Stunde fahren, der Regionalzug Frankfurt-Mannheim einmal. Die Fahrtzeit der S-Bahn erhöhe sich um zwei Minuten, die des Regionalzugs um drei Minuten. Die Kosten für den Anschluss beliefen sich nach einer Machbarkeitsstudie des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) auf 174 Millionen Euro.

Um eine entsprechende Entscheidung herbeizuführen, sei eine „Planungsvereinbarung“ mit Fraport nötig, sagte Oesterling.  Die Stadt und das Land besitzen gemeinsam 51,31 Prozent der Anteile am Aktienunternehmen. Im Aufsichtsrat, wo eine Entscheidung herbeigeführt werden könnte, sind das Land und die Stadt mit insgesamt fünf Personen vertreten, auch sitzen zehn Arbeitnehmervertreter und fünf private Aktionäre im Gremium.

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