+
Die hohe Luftbelastung ist auch in Frankfurt ein Problem.

Luftverschmutzung

Frankfurts Luft soll sauberer werden

  • schließen

Frankfurt und weitere Kommunen setzen auf Elektromobilität und beantragen Fördergeld vom Bund.

Frankfurt und zehn weitere Städte in Hessen haben Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Saubere Luft“ beantragt. Eine Milliarde Euro stellt der Bund bereit, damit die von Klagen betroffenen Städte – deutschlandweit sind es 90 – für weniger Schadstoffe in der Luft sorgen können. Wegen Überschreitung von Stickstoffoxid-Grenzwerten sind unter anderem Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden von der Deutschen Umwelthilfe und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) beklagt.

Das Land Hessen soll aus dem Programm „Saubere Luft“ rund 100 Millionen Euro erhalten, die Stadt Frankfurt wiederum „einige Millionen Euro“, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). In der vergangenen Woche habe Frankfurt gemeinsam mit Offenbach eine erste „Projektskizze“ eingereicht. Beantragt werden könnten derzeit nicht konkrete Projekte zur Förderung von Elektrobussen oder Radverkehr, sondern nur für „Planungsleistungen“, sagte Oesterling. Dazu zählten „verkehrssteuernde Maßnahmen“ wie Pförtnerampeln, die den Verkehr in der Stadt regulieren. „Wir wollen aber nicht einige Millionen Euro allein für Planungsleistungen ausgeben“, so Oesterling.

Der Stadtrat bemängelte auch das langwierige Verfahren beim Erstellen der Anträge. „Die Förderrichtlinien müssen dringend entschlackt werden.“ Sonst werde es Jahre dauern, bis die Luft in Frankfurt sauberer werde. Er habe die Absicht, innerhalb des Alleenrings nur noch E-Busse und Straßenbahnen fahren zu lassen. Wann es so weit sein könnte, sagte er nicht. 

Das Land Hessen fördert die Anschaffung von Elektrobussen mit insgesamt fünf Millionen Euro. In diesem Jahr habe Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) Förderbescheide in Fulda, Wiesbaden und Frankfurt überreicht, sagte sein Sprecher Wolfgang Harms. Nach Frankfurt gingen 760 000 Euro. Damit wird der Kauf von fünf Elektrobussen teilweise finanziert. Das Land übernimmt 40 Prozent der Mehrkosten eines Elektrobusses und 40 Prozent der Kosten für die Ladeinfrastruktur. 

Für das kommende Jahr habe Darmstadt einen Antrag gestellt, führte Harms aus. In Darmstadt werden Buslinien bereits auf Elektromobilität umgestellt. Ziel ist es, den gesamten innerstädtischen Busverkehr bis 2025 emissionsfrei zu betreiben. 

Wiesbaden verfolgt ein ähnlich ambitioniertes Vorhaben. Bis 2022 sollen 200 elektrisch betriebene Busse auf den Straßen der Landeshauptstadt unterwegs sein. Für 16 Elektrobusse habe Wiesbaden im Jahr 2017 einen entsprechenden Förderantrag beim Land gestellt, sagte Harms. 
In Frankfurt läuft die Elektromobilität im Busverkehr langsam an. Fünf Elektrobusse sollen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 auf der Buslinie 75 fahren – zwischen der Bockenheimer Warte und dem Campus Westend. Sie kosten 2,7 Millionen Euro, das entspricht 540 000 Euro pro Bus. 

Hinzu kommen ab Dezember 2018 drei mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellenbusse. Um Kosten zu sparen, haben sich Darmstadt, Wiesbaden und Frankfurt bei der Anschaffung der Busse zusammengeschlossen. Brennstoffzellen- und Elektrobusse sind nach wie vor etwa doppelt so teuer wie Dieselbusse mit der neuesten Abgas-Norm Euro 6. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare