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Erzieherinnen und Erzieher müssen bisher für ihre Ausbildung bezahlen.

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SPD fordert Geld für Erzieher-Ausbildung

Erzieherinnen und Erzieher sollten nach Auffassung der SPD nicht mehr für ihre Ausbildung bezahlen müssen, sondern eine Vergütung erhalten.

Erzieherinnen und Erzieher sollten nach Auffassung der SPD nicht mehr für ihre Ausbildung bezahlen müssen, sondern im Gegenteil eine Vergütung erhalten. Im Fernsehduell der Spitzenkandidaten für die Landtagswahl hatte der SPD-Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel angekündigt, er wolle „alle Kraft darauf verwenden“, dieses Ziel zu erreichen. Nun hat der SPD-Sozialexperte Gerhard Merz, der im Falle einer SPD-Regierungsbeteiligung Sozialminister werden soll, einen Vorschlag dafür erarbeitet. 

„Wir wollen eine allgemeine Ausbildungsvergütung für alle in Ausbildung befindlichen Erzieherinnen und Erzieher“, heißt es in dem vierseitigen Papier des Sozialdemokraten, das der FR vorliegt. Die Ausbildungsvergütung könnte demnach etwa 1200 Euro im Monat betragen. Außerdem würden Schulgebühren von 70 bis 80 Euro im Monat wegfallen.

Als beispielhaft wird von der SPD ein bereits existierendes Modell genannt, das 1200 Euro Entlohnung für die Teilnehmer einer „praxisintegrierten vergüteten Ausbildung“ vorsieht. Diese Ausbildung ist etwas kürzer als die üblichen drei Jahre, beinhaltet aber nach Angaben der SPD auch keine Ferienzeiten. Es sei besonders attraktiv für Quereinsteigerinnen mit beruflichen Vorerfahrungen. Hierfür bestehe bereits ein Tarifvertrag zwischen den kommunalen Arbeitgebern und der Gewerkschaft Verdi. 

Für andere Erzieherinnen-Azubis gibt es aber bislang keine Tarifverträge und keine Vergütung. Auch für sie möchte die SPD die Ausbildung attraktiver machen. Dies könne entweder durch Tarifverträge geschehen, die vom Land mit finanzieller Unterstützung flankiert würden, oder durch eine Art Bafög aus Landesmitteln, sagte Merz der Frankfurter Rundschau. 
Mit ihren Vorschlägen wollen die Sozialdemokraten dazu beitragen, den Mangel an Fachkräften zu beheben. Es fehlen nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung rund 7000 Erzieherinnen und Erzieher in Hessen. Wichtige Gründe dafür seien die hohe Arbeitsbelastung und die niedrige Bezahlung. 

Derzeit schließen etwa 2000 Absolventinnen und Absolventen im Jahr ihre Ausbildung an den hessischen Fachschulen ab. In den einschlägigen Studiengängen an den Hochschulen stünden 300 Studienplätze zur Verfügung. 

Die SPD will die Zahlen deutlich aufstocken, um dem bestehenden Bedarf besser gerecht zu werden. Sie strebt eine Ausbildungskapazität von 3000 Absolventinnen und Absolventen an den Fachschulen und eine Verdopplung der Studienplätze an den Hochschulen an. 

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