Verkehr in Frankfurt

Fernbahntunnel soll 3,5 Milliarden Euro kosten

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Verkehrsminister Andreas Scheuer will Frankfurt zu einem Bahnknotenpunkt ausbauchen. Die Regierung nennt weitere Details zum Ausbau des Schienenverkehrs in der Rhein-Main-Metropole.

Die Bundesregierung rechnet beim Fernbahntunnel in Frankfurt mit Kosten von 3,56 Milliarden Euro. Das geht aus der Antwort von Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) auf eine parlamentarische Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Christian Jung hervor, welche der FR vorliegt. Zuvor hatte HR-Info darüber berichtet.

„Der Fernbahntunnel löst in Verbindung mit der nordmainischen S-Bahn insbesondere die Engpässe im Bereich Frankfurt Hauptbahnhof und Frankfurt Süd auf“, heißt es in dem Schreiben.

Insgesamt stellt die Bundesregierung im Verkehrswegeplan 2030 die Summe von 5,5 Milliarden Euro für den Eisenbahnknoten Frankfurt bereit, davon rund 3,5 Milliarden Euro für den Fernbahntunnel sowie 1,3 Milliarden Euro für die nordmainische S-Bahn zwischen Frankfurt und Hanau. Weitere Gleisarbeiten sind am Bahnhof Frankfurt-Stadion geplant sowie in Neu-Isenburg-Zeppelinheim, in Darmstadt-Kranichstein und in Mainaschaff bei Aschaffenburg. Die Umsetzung soll ab 2030 erfolgen. Die Schienenprojekte im Rahmen von „Frankfurt Rhein-Main plus“ - wie die Regionaltangente West oder der viergleisige Ausbau von Frankfurt-Westbahnhof nach Bad Vilbel/Friedberg - sind demnach davon nicht negativ betroffen. 

Tunnel bringt Fahrzeitverkürzung

Durch den Fernbahntunnel rechnet der Bund mit einer Verkürzung der Fahrzeit im Fernverkehr um acht Minuten, falls die Fahrgäste nicht in Frankfurt ein- oder aussteigen. „Da Frankfurt den zentralen Knoten im deutschen Fernverkehrsnetz bildet, ist eine solche Fahrzeitverkürzung von besonders hohem Nutzen“, heißt es weiter.

Der Tunnel soll von den Mainbrücken in Niederrad zum Hauptbahnhof und weiter nach Offenbach-Kaiserlei führen. Am Hauptbahnhof soll der Fernbahnhof in Tieflage entstehen. Dann hielten die Fernzüge nicht mehr im Kopfbahnhof. Dessen Gleise würde von den Regionalzügen genutzt. 

„Durch die Tieflage wird es zudem möglich, einen neuen Quertunnel zu errichten, der die oberirdischen Bahnsteige untereinander mit der S-Bahn und dem neuen Tiefbahnhof verbindet. Damit verringern sich die Umsteigezeiten und -wege im Frankfurter Hauptbahnhof erheblich, weil die umsteigenden Fahrgäste nicht mehr zum Querbahnsteig am Anfang der Haupthalle laufen müssen.“ 

B-Ebene wird umgestaltet 

Die Deutsche Bahn muss den Fernbahntunnel nun mit der Erweiterung des Hauptbahnhofs verknüpfen. Nach Plänen der Bahn soll die weitläufige E-Ebene im Hauptbahnhof enger, heller und mit weiteren Läden ausgestattet werden. Das soll den Drogenkonsum weiter verdrängen. Dazu will die Bahn auch Aufgänge, die als Drogenumschlagsplätze bekannt sind, schließen. Außerdem soll eine neue Zwischenebene von den S-Bahnen zum Hauptausgang führen. Dafür wird der Boden in der Empfangshalle aufgerissen. Die Bahn rechnet mit vier bis fünf Jahren Bauzeit. Derzeit stockt das Projekt, das 2016 vorstellt wurde, weil die Bahn auf Drängen des Eisenbahnbundesamts ihre Unterlagen hinsichtlich des Brandschutzes nachbessern musste. Mit der Genehmigung durch das Eisenbahnbundesamt rechnet die Bahn bis Ende 2018. Die Kosten liegen bei 136 Millionen Euro

Frühestens 2024 kann die Stadt damit beginnen, den Vorplatz des Hauptbahnhofs umzugestalten. Vorplanungen des Frankfurter Architektenbüros Schneider + Schumacher sind mittlerweile zehn Jahre alt. Sie sehen unter anderem vor, den Taxistand zur Nordseite hin zu verlagern, Flächen für Veranstaltungen bereit zu stellen und die Zahl der Autospuren zu verringern. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) hatte sich zuletzt dafür ausgesprochen, ein drittes Gleis für Straßenbahnen zu verlegen. Den Fernbahntunnel hatte er als große Chance begrüßt.

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