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Oesterling sieht den geplanten Fernbahntunnel als Chance, Fernzüge und Regionalzüge sowie S-Bahnen zu entzerren.

Schienenprojekte

Fernbahntunnel als Chance

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Die Projekte aus dem Programm "Frankfurt Rhein-Main plus" seien nicht gefährdet, sagt der Frankfurter Stadtrat Klaus Oesterling.

Der geplante Tunnel für Fernzüge in Frankfurt stellt die übrigen Schienenprojekte aus dem Programm „Frankfurt Rhein-Main plus“ – wie die nordmainische S-Bahn oder die Regionaltangente West (RTW) – nicht in frage. „Alle diese Verkehrsprojekte kommen, und der Fernbahntunnel kommt ab 2030 darüber hinaus“, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) der Frankfurter Rundschau.

Den Fernbahntunnel zwischen Frankfurt-Niederrad, Hauptbahnhof und Offenbach-Kaiserlei hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zuletzt vorgestellt; das Projekt wurde in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen. Für den gesamten Eisenbahnknoten Frankfurt ist eine Investition von rund 5,5 Milliarden Euro vorgesehen.

„Dass der Fernbahntunnel jetzt öffentlich geworden ist und in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird, hat auch mich überrascht“, sagte Oesterling. Er begreife den Bau als Chance, Fernzüge und Regionalzüge sowie S-Bahnen zu entzerren und damit den Schienenverkehr im Ballungsraum besser abzuwickeln. Überlegungen zum Tunnel gingen auf eine Knotenpunktstudie der Deutschen Bahn zurück, die die Strecke zwischen Südbahnhof und Hauptbahnhof untersucht habe und zum Schluss gekommen sei, der Südbahnhof eigne sich nicht, um den Hauptbahnhof vom Fernverkehr zu entlasten. Zudem stehe der Fernbahntunnel in Verbindung mit dem Aus- beziehungsweise Neubau der Bahnstrecken Frankfurt-Mannheim und Frankfurt-Fulda sowie weiteren Streckenausbauten in Richtung Fulda-Eisenach sowie Erfurt-Leipzig. In diesem Zusammenhang müsse der Engpass für Fernzüge in Frankfurt behoben werden.

Oesterling betonte, dass die Kapazitätsprobleme nicht so sehr im Frankfurter S-Bahn-Tunnel zu finden seien, sondern auf den westlichen Zuläufen zum Hauptbahnhof, also den Abschnitten Westbahnhof-Hauptbahnhof, Griesheim-Hauptbahnhof und Niederrad-Hauptbahnhof. Die Belastung nehme im S-Bahn-Tunnel nach Osten hin ab. Oesterling reagierte auch auf Aussagen des Frankfurter Autors und Verkehrsexperten Klaus Gietinger. Dieser hatte im FR-Interview gesagt, der Fernbahntunnel sei unnötig, es müssten lediglich die Zuläufe zum Hauptbahnhof ausgebaut werden. „Dass die Zuläufe ausgebaut werden müssen, ist unstrittig“, sagte Oesterling. Zwischen Stadion, Niederrad, Hauptbahnhof würden im Rahmen des Projekts „Frankfurt Stadion“ zwei neue Gleise gebaut, außerdem eine dritte Mainbrücke in Niederrad. Auch die weiteren Projekte aus „Frankfurt Rhein-Main plus“ – wie der viergleisige Ausbau nach Bad Vilbel – würden umgesetzt.

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