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Alle Farben sind schon da: die Busse auf der Studenten-Linie.

Verkehr in Frankfurt

Die ersten E-Busse sind da

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Fünf Elektrobusse fahren ab 9. Dezember auf der Bus-Linie 75. Frankfurt sei damit die erste Stadt in Hessen, die eine ganze Buslinie auf elektrischen Betrieb umstelle, sagt OB Peter Feldmann (SPD).

Sie stehen im Betriebshof Rebstock der städtischen Busgesellschaft ICB; ab 9. Dezember fahren sie auf der Studenten-Linie 75: fünf schreiend bunte Elektrobusse des polnischen Herstellers Solaris. Blitzblau, orange, grün – und mehrere Farben zusammengerührt. So sehen die Busse aus und tragen Aufschriften wie „Ich bin ein Stromer“ oder „Ich bin total elektrisiert“. Das sind sie allemal.

Ein durchdringendes Surren erklingt im Betriebshof. „Das hört man aber gar nicht mehr, wenn der Bus erst mal draußen fährt“, sagt ICB-Geschäftsführer Christian Schaefer. 1,9 Millionen Euro hat die ICB für Fahrzeuge und Ladegeräte ausgegeben, das Land Hessen beteiligt sich mit rund 760 000 Euro.

Die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq rechnet mit 2600 Fahrgäste am Tag, darunter viele Studierende, die auf der Strecke zwischen Bockenheimer Warte, Uni-Campus Westend, Palmengarten und Botanischem Garten fahren werden. Die Busse legen am Tag gut 150 Kilometer zurück – nachts werden sie im Betriebshof geladen. Fünf Busse fahren während des Semesters, in der vorlesungsfreien Zeit ist es nur einer. Dann werden die übrigen auf anderen Linien erprobt.

Auch kommen demnächst weitere Busse mit alternativen Antrieben hinzu: Ab Sommer sollen drei Wasserstoffbusse durch Frankfurt fahren – auf welcher Linie sei „noch nicht definiert“, sagte Traffiq-Sprecher Klaus Linek. Ab Dezember 2020 würden elf weitere Elektrobusse im Einsatz sein, sagte Alois Rautschka, der zweite ICB-Geschäftsführer: Sie fahren auf den Linien 33 und 37. Außerdem setzt die ICB ab 9. Dezember auf den Linien 64 und 36 Fahrzeuge ein, welche die neueste Euro-6-Norm erfüllen. Das soll helfen, die Stickoxidwerte innerhalb des Anlagenrings zu verringern – Stichwort: Fahrverbot. Zudem würden auf der Linie 30, welche die Innenstadt quert, zu zwei Dritteln Euro-6-Busse fahren.

Bis zum Jahr 2030 soll der gesamte Frankfurter Nahverkehr ohne lokale Schadstoffemissionen erbracht werden, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD): „Das ist unser Ziel.“ In Frankfurt, betonte Feldmann, gehöre Elektromobilität seit 1884 zum Nahverkehr – mit der seinerzeit ersten elektrischen Straßenbahn in Deutschland. Auch sei Frankfurt die erste Stadt in Hessen, die eine ganze Buslinie auf elektrischen Betrieb umstelle. Darüber hinaus gebe es ab Dezember nur in Fulda einen weiteren E-Bus im Nahverkehr, fügte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) hinzu. Heute würden rund 85 Prozent des Nahverkehrs in Frankfurt mit U-Bahnen, S-Bahnen und Trams erbracht, 15 Prozent mit Bussen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Wiesbaden und Darmstadt wollen so viele Elektrobusse bestellen, dass sie den Busverkehr bis 2025 elektrisch betreiben können – falls die Lieferung klappt.

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