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Mit Riesenschritten in die Zukunft: Smarte Tram in Frankfurt.

Straßenbahnen in Frankfurt

Nun doch WLAN in Bus und Bahn

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Die neue Straßenbahnen in Frankfurt sollen ab 2020 Internet bieten. Außerdem wird der Netzzugang an Haltestellen geprüft.

Der Stuttgarter Nahverkehr hat es vorgemacht. Und die Hamburger Hochbahn. Nun soll es auch in Frankfurt bald kostenloses WLAN in Bus und Bahn geben, wie das Verkehrsdezernent auf FR-Anfrage bestätigte.

„Der Verkehrsdezernent unterstützt die Einführung von WLAN im öffentlichen Nahverkehr“, sagte Thomas Erhart, Referent von Stadtrat Klaus Oesterling (SPD). Bei der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) erfüllten die 43 bestellten Straßenbahnen vom französischen Hersteller Alstom die technische Voraussetzungen. „Die neuen Straßenbahnen werden WLAN haben“, sagte der Referent. Die Wagen vom Typ T, die auch unter dem Namen Citadis bekannt sind, werden zwischen 2020 und 2030 geliefert. Sie kosten 113,5 Millionen Euro.

Darüber hinaus untersucht die VGF, ob es möglich ist, WLAN in weiteren Schienenfahrzeugen einzuführen, etwa in älteren Straßenbahnen und U-Bahnen. Das geht aus einem aktuellen Magistratsbericht hervor. Dass dies funktioniert, hatte die VGF 2016 selbst vorgeführt und in Zusammenarbeit mit Siemens eine rund 25 Jahre alte Tram vom Typ R umrüsten lassen. Seitdem fährt die sogenannte „Smart-Tram“ durch Frankfurt – die Rückmeldungen der Fahrgäste sei positiv gewesen, hieß es damals. Die Umrüstung hatte eine Viertel Million Euro gekostet und weitere technische Neuerungen enthalten, unter anderem Kameras für die Sicherheit, Anzeigen, ein automatisches Bremssystem. 

VGF macht Kehrtwende 

Neben den Trams und U-Bahnen könnten auch Haltestellen WLAN bekommen, führte der Referent aus. Die Router könnten dabei in Fahrkartenautomaten untergebracht werden. Ob der WLAN-Zugang auch am Bahnsteig funktioniert, wo die Fahrgäste warten, ist nicht klar.

Beim Thema WLAN vollzieht die VGF somit auf Wunsch der Politik eine Kehrtwende. Noch im Sommer hatte VGF-Geschäftsführer Michael Rüffer die Einführung von WLAN aus Kostengründen und wegen der vermeintlich veralteten Technik ausgeschlossen. Die „hohen Kosten“ werden auch jetzt im Magistratsbericht als Kritikpunkt genannt.

Auch der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) investiert derzeit fünf Millionen Euro, um WLAN in Zügen und an Haltestellen bereit zu stellen. Seit Juli rollen die ersten Fahrzeuge mit freiem Internet durch die Region, erkennbar am WLAN-Symbol. Komplett mit WLAN ausgerüstet seien die Expressbuslinie X17 (Hofheim, Frankfurt-Flughafen, Neu-Isenburg), die Züge zwischen Frankfurt, Darmstadt und Heidelberg/Mannheim, zwischen Wiesbaden, Mainz, Darmstadt, Aschaffenburg sowie die RB-Züge zwischen Frankfurt, Maintal, Hanau, Aschaffenburg, teilte ein RMV-Sprecher mit. Auch der Süwex-Zug zwischen Frankfurt, Mainz, Koblenz erhalte WLAN. Ende 2019 sollen alle 191 S-Bahnen freies Internet haben. Ebenfalls 2019 werde WLAN an den Fahrkartenautomaten der Regionalzugstationen freigeschaltet.

Auch Busse in Frankfurt könnten WLAN bekommen. Der Magistrat prüfe, es „auf einigen hochfrequentierten und langlaufenden“ Buslinien einzuführen. Dies könnten die Linien 30, 32 und 36 sein, die von der städtischen Busgesellschaft ICB betrieben werden, sagte Klaus Linek, Sprecher der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq. Auf jeden Fall werde es eine „zentrale Lösung“ geben - WLAN als Kriterium werde nicht in die Ausschreibungen der Linienbündel aufgenommen. Außerdem könnten einige der 715 Bushaltestellen WLAN bekommen. Alle Haltestellen umzurüsten, scheidet laut Magistrat wegen der hohen Kosten aus.

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