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Die Staatsanwaltschaft warf dem früheren Präsidenten der EBS, Christopher Jahns, Untreue im großen Stil vor.

Früherer EBS-Präsident

Christopher Jahns wurde begutachtet

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Ein Untreueprozess gegen den früheren Präsidenten der Wiesbadener Privathochschule EBS, Christopher Jahns, war 2014 vorläufig eingestellt worden. Nun entscheidet ein Gericht über einen neuen Prozess.

Der frühere Präsident der Wiesbadener Privathochschule EBS, Christopher Jahns, hat sich ärztlich begutachten lassen, um seine Verhandlungsfähigkeit zu überprüfen. Das hat das Landgericht Wiesbaden der Frankfurter Rundschau auf Anfrage mitgeteilt. Über das Ergebnis äußerte sich Sprecher Wolfram Simon nicht.

Der Untreueprozess gegen Jahns war 2014 vorläufig eingestellt worden, nachdem ihm Verhandlungsunfähigkeit attestiert worden war. Die Anklage warf ihm vor, ohne angemessene Gegenleistung 180 000 Euro von der EBS an die Beratungsfirma Brainnet geleitet zu haben, an der er beteiligt war. Jahns bestreitet eine Schuld. Die Brainnet-Leistungen seien mehr wert gewesen, als an Geld geflossen sei. Nun muss die zuständige Kammer des Landgerichts entscheiden, ob sie den Prozess neu aufrollt.

„Wenn er verhandlungsfähig ist, kann grundsätzlich verhandelt werden“, sagte Gerichtssprecher Simon. Das Gutachten sei der Staatsanwaltschaft zur Stellungnahme zugeleitet worden und auch die Verteidigung von Jahns erhalte Akteneinsicht.

Eine gute Nachricht hatte Jahns in dieser Woche von der Frankfurter Staatsanwaltschaft erhalten. Dort war ein anderes Verfahren eingestellt worden, in dem es um die korrekte Verwendung eines Landeszuschusses an die EBS von insgesamt 24,7 Millionen Euro gegangen war.

Die Staatsanwaltschaft war dem Verdacht nachgegangen, dass 1,6 Millionen Euro davon zweckwidrig verwendet sein könnten. Die Ermittlungen richteten sich gegen Jahns, drei weitere ehemalige leitende EBS-Mitarbeiter und den CDU-Landtagsabgeordneten Walter Arnold, der früher dem Aufsichtsrat der EBS angehörte. Die Staatsanwaltschaft sah nach fünfjährigen Ermittlungen keinen Tatverdacht.

„Wir begrüßen die Einstellung außerordentlich“, sagte Jahns Sprecher Dirk Metz. Jahns und seine Verteidigung hätten die Vorwürfe von Anfang an für unbegründet gehalten. „Es ist gut, dass dieses Kapitel damit endlich geschlossen worden ist.“

Die SPD im Landtag zeigte sich verwundert, dass die Ermittlungen in der Staatsanwaltschaft nur von einer Teilzeitdezernentin geführt worden waren, wie Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) am Mittwoch auf Nachfrage mitgeteilt hatte. Im Rechtsausschuss wollen die Sozialdemokraten voraussichtlich nachhaken und dafür eine Sondersitzung beantragen, wie der SPD-Abgeordnete Marius Weiß der FR sagte.

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