Bodo Pfaff-Greiffenhagen.
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Bodo Pfaff-Greiffenhagen.

Landtagswahl in Hessen

CDU-Kandidaten treten gegeneinander an

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Wer soll aus der Frankfurter CDU für den Hessischen Landtag kandidieren? Darüber wird heftig gerungen. Auf einem Parteitag am Mittwoch soll die Entscheidung fallen.

Einen kleinen Umsturz hat die Frankfurter CDU gerade hinter sich gebracht. Unterstützt vom Kreisvorstand war Christoph Schmitt, der im Römer für eine harte Sicherheitspolitik eintritt, auf dem Parteitag vor zwei Wochen angetreten, um sich als Kandidat für den Hessischen Landtag bestätigen zu lassen. Er hielt eine kurze, knappe Rede.

Gegenkandidat Veljko Vuksanovic, stellvertretender Ortsvorsteher im Ortsbeirat 7, sprach daraufhin 20 Minuten lang davon, welche Integrationsleistung er Einwanderern abverlangen wolle. Dieselbe, die er sich auferlegt habe, als er mit seiner Familie aus Kroatien nach Frankfurt gekommen sei. Damit brachte er die CDU-Basis auf seine Seite. Schmitt fiel durch.

Es war ein Affront gegen die Parteispitze und den Juristen. Christoph Schmitt war wenige Tage zuvor mit respektablem Ergebnis zum Schatzmeister der CDU in Frankfurt wiedergewählt worden. Jemand aus der Partei deutete das Vorgehen so: Da habe sich mit Vuksanovic einer durchgesetzt, der lange im Ortsbeirat, also an der Basis, engagiert gewesen ist.

Nun zeichnet sich beim Parteitag der Frankfurter CDU am Mittwochabend im Saalbau Südbahnhof wieder eine kleine Revolte ab. Wieder hat die Parteispitze einen Favoriten gekürt. Wieder treten Gegenkandidaten an, diesmal sind es zwei Frauen. Wieder könnte die Basis das Zünglein an der Waage spielen. Man könnte es auch schlicht als Wettbewerb bezeichnen.

Gesetzt sind die Kandidaten im südlichen und westlichen Wahlkreis, Michael Boddenberg, der Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag, und der Landtagsabgeordnete Uwe Serke. Sie treten ohne Gegenkandidaten an. Zur Kampfkandidatur kommt es im Wahlkreis 38 (Nordend, Bornheim, Ostend).

Es geht dabei auch um die Frage, ob künftig sechs oder fünf Männer für die Frankfurter CDU im hessischen Landtag sitzen sollen. Gegen die Herrenriege schickt die Frauen-Union zumindest in einem Wahlkreis die Unternehmerin Veronica Fabricius ins Rennen. Fabricius ist Mutter von drei Kindern und arbeitet mit ihrem Mann in der familiengeführten Vermögensverwaltung. Die 46-Jährige war stellvertretende Landesvorsitzende der Vereinigung „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) in Hessen, die sich gegen Abtreibung engagieren. Auf ihre Position zu diesem Thema befragt, sagt Veronica Fabricius lediglich: „Ich bin pro Leben.“

Familie, Bildung, Wohnen, Sicherheit, das sind die Schwerpunkte, die Fabricius und die beiden anderen Kandidaten, Ulrike Grzimek und Bodo Pfaff-Greiffenhagen, setzen wollen, wie sie quasi unisono sagen.

Die 44-Jährige Ulrike Grzimek ist Mutter von drei Kindern und ehrenamtliche Kinderbeauftragte im Nordend. Hauptberuflich leitet sie das Referat Familien- und Kinderrecht im hessischen Sozialministerium. „Ich stelle mich dem freien Wettbewerb“, sagt sie.

Grzimek ist nicht nur dem Namen nach mit Bernhard Grzimek verbunden: Der langjährige Zoo-Direktor war der Großonkel ihres Mannes. Sie besuche auch häufig den Zoo, sagt Grzimek, und sei Patin eines gold-gelben Löwenäffchens.

Vom Kreisvorstand unterstützt wird Bodo Pfaff-Greiffenhagen. Er zog im vergangenen Jahr als Nachrücker für Bettina Wiesmann in den Landtag ein und würde dort auch gerne bleiben: „Es macht einen Riesenspaß.“ Wegen seines Mandats ist der 55-Jährige zur Zeit von seiner Arbeit im Frankfurter Polizeipräsidium freigestellt, wo er ansonsten Wirtschaftskriminalität bekämpft.

Einer der drei CDU-Bewerber wird im Wahlkreis 38 gegen die SPD-Kandidatin antreten: Arijana Neumann, Referentin im Büro von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Die Kandidaten der anderen Parteien zur Landtagswahl am 28. Oktober stehen noch nicht fest.

Beim jüngsten CDU-Parteitag wurde der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, als Landtagskandidat für den Frankfurter Nordosten nominiert, ebenso der Landtagsabgeordnete Ralf-Norbert Bartelt in der Stadtmitte, beide ohne Gegenkandidaten.

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