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Frankfurt

Carsharing-Wagen im Anwohnerparken

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Car2Go strebt eine Parkvereinbarung mit der Stadt an. Diese solle innovative Verkehrsangebote unterstützen.

E s sind drei zentrale Forderungen, die das Carsharing-Unternehmen Car2Go an die Stadt stellt. Nun, da das neue Carsharing-Gesetz bald in Kraft tritt, will der Anbieter in Frankfurt nicht nur eine Parkvereinbarung treffen, die ihm privilegiertes Parken im öffentlichen Straßenraum erlaubt. Das Unternehmen wolle auch ins Anwohnerparken hinein, sagte der Standortleiter Lukas Kimel im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. 260 Fahrzeuge der Modelle Smart, A-Klasse, GLA und CLA von Car2Go fahren in Frankfurt.

Zudem forderte Kimel, die Stadt solle wie in Hamburg sogenannte Mobilitätspunkte schaffen. Das wären Parkstationen für Carsharing-Autos, Leihwagen und -fahrräder in der Nähe von Haupt-, Süd- und Ostbahnhof.

Gerade beim Anwohnerparken erwartet er eine kontroverse Diskussion. Denn in den dicht bebauten Gründerzeitvierteln sind Parkplätze notorisch knapp. Für Anwohner ist die eine Straßenseite reserviert. Sollten Carsharing-Fahrzeuge dort stehen, fielen diese Flächen für die Autos der Anwohner weg.

Auch in der Innenstadt, wo es im öffentlichen Straßenraum ausschließlich bewirtschaftetes Parken mit Automaten gibt, möchte Car2Go seine Fahrzeuge abstellen. Bisher sind Plätze in Parkhäusern angemietet.

Zur Finanzierung habe das Unternehmen in Gesprächen mit der Stadt zwei Modelle angeboten, erläuterte Kimel. Bevorzugt werde eine Pauschallösung. Dabei würde der Anbieter eine fixe Summe an die Stadt überweisen – etwa 30 Euro pro Stellplatz und Monat. Zum Vergleich: Derzeit kostet eine Stunde Parken am Straßenrand in der Innenstadt drei Euro, in städtischen Parkhäusern zwei Euro.

Alternativ schlägt Kimel vor, die Parkgebühr über die Firmensoftware abzurechnen und einen Betrag an die Stadt zu überweisen, wobei eine Eins-zu-eins-Überweisung aus Unternehmenssicht schwierig sei. Kimel gibt zu bedenken, dass die Stadt innovative Verkehrsangebote unterstützen sollte.

Carsharing-Autos würden langfristig die Präsenz von privaten Fahrzeugen im Straßenraum zurückdrängen, sagte er. Studien gingen davon aus, dass ein Carsharing-Fahrzeug fünf bis 15 private Fahrzeuge ersetzen könnte. Derzeit sind laut Ordnungsamt 415 000 Fahrzeuge in Frankfurt gemeldet. Davon mehrere Hundert Carsharing-Fahrzeuge.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) kündigte bis Jahresende ein Konzept für die neue Parkvereinbarung mit den Carsharing-Unternehmen an. Dabei soll auch das Anwohnerparken eine Rolle spielen. Kostenlos, sagte er im Gespräch mit der FR, werde das Bereitstellen von Parkplätzen für die Wirtschaftsunternehmen aber nicht.

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