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Der parteilose Udo Bausch (rechts) wird neuer Oberbürgermeister von Rüsselsheim.

OB-Wahl in Rüsselsheim

Bausch besiegt Burghardt

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Der parteilose Herausforderer Udo Bausch gewinnt die Oberbürgermeister-Stichwahl in Rüsselsheim. Der Kandidat von Grünen und SPD setzte sich knapp mit 50,7 Prozent durch.

Dieses Mal mussten die Kandidaten und deren Anhänger nicht – wie vor zwei Wochen – bis kurz vor Mitternacht warten, bis das letzte Ergebnis der Oberbürgermeisterwahl in Rüsselsheim vorlag. Anderthalb Stunden nach Schließung der Wahllokale durchquerte Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) mit großen Schritten die Rotunde im Erdgeschoss des Rathauses, um seinem parteilosen Herausforderer Udo Bausch die Hand zu schütteln und ihm zur Wahl zu gratulieren. Knapp zwei Wochen vor seinem 62. Geburtstag wird Bausch zum Beginn des neuen Jahres sein Amt als neuer Oberbürgermeister der Stadt Rüsselsheim antreten. Der Verwaltungswirt und Jurist, der seit 2010 hauptamtlicher Beigeordneter in der rheinland-pfälzischen Stadt Bad Kreuznach ist, konnte am Sonntag bei der entscheidenden Stichwahl den 25 Jahre jüngeren Amtsinhaber Burghardt besiegen.

Für Bausch, der Kandidat von SPD und Grünen war und zuletzt auch von der Linken/Liste Solidarität und der Wählerinitiative „Wir sind Rüsselsheim“ (WsR) unterstützt worden war, stimmten 8460 Wählerinnen und Wähler. Das entspricht einem Stimmenanteil von 50,7 Prozent. Für Burghardt wurden 8234 Stimmen abgegeben, was einem Anteil von 49,3 Prozent entspricht. Die Wahlbeteiligung lag bei 37,8 Prozent.

Beim ersten Urnengang, der zusammen mit der Bundestagswahl stattfand, hatte Burghardt nur um einen Prozentpunkt die 50-Prozent-Marke verpasst. Bausch hatte mit und 25,6 Prozent der Stimmen den zweiten Platz belegt – mit einem Vorsprung von nur 72 Stimmen gegenüber Joachim Walczuch, der Fraktionschef und Kandidat der WsR. Er kam auf 25,4 Prozent.

Walczuch und Bausch sagten am Sonntagabend, es sei wichtig gewesen, im ersten Wahlgang mit zwei Herausforderern gegen Burghardt angetreten zu sein. „Es wird einen Neubeginn in Rüsselsheim geben“, sagte Walczuch. In den vergangenen Wochen habe es eine „Burghardt muss weg“-Stimmung in Rüsselsheim gegeben.

Bausch, der verriet, dass er in einem Büro im Obergeschoss des Rathauses schon mit Wein von der Nahe auf seinen Erfolg angestoßen habe, äußerte, sein Wahlsieg sei „das Resultat von Teamwork“. Noch vor einigen Wochen sei er „der Unbekannte“ gewesen. In den vergangenen zwei Wochen habe er bei seinen Hausbesuchen vor allem dafür geworben, die Rüsselsheimer Innenstadt und die Stadtteile zu beleben.

Burghardt, der von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Telefon getröstet wurde, gab sich gefasst und räumte ein, Rüsselsheim sei halt doch „eine sozialdemokratisch geprägte Stadt“. Nachdem er Bausch gratuliert hatte, hielt er sich nicht mehr lange in der Rotunde des Rathauses auf und verabschiedete sich mit einem knappen „Tschüss, viel Spaß noch!“

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