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Das Römerbergbündnis und OB Feldmann (3.v. l.) treten für ein weltoffenes Frankfurt ein.

Landtagswahl

Banner für Toleranz und Vielfalt

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Das Römerbergbündnis will vor der Landtagswahl dafür sorgen, dass Hass keine Chance bekommt.

Große Banner mit dem Slogan „Hessen wählt: Buntgemustert statt kleinkariert“ werden an vier Frankfurter Main-Brücken, außerdem der „Seufzerbrücke“, der Verbindung zwischen Römer und Paulskirche, angebracht. Das Römerbergbündnis, dem Vertreter der Kirchen, der Jüdischen Gemeinde, des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) und des Frankfurter Jugendrings angehören, will sich mit der Aktion gegen Rassismus positionieren und für Vielfalt einsetzen. „Wir sehen mit Sorge, dass immer mehr Menschen der AfD nachlaufen“, sagt Philipp Jacks, Geschäftsführer der DGB Region Frankfurt-Rhein-Main. Darum trete das Bündnis, das in den 70ern gegründet wurde, um gegen Rechtsextremismus aktiv zu werden nun wieder für Weltoffenheit ein.

„Ausgrenzung und Hass dürften in Frankfurt und Hessen keinen Platz finden“, sagt auch Jennifer Marställer. Die Direktorin der Jüdischen Gemeinde Frankfurt erlebt Beschimpfungen und Anfeindungen von Mitgliedern aus erster Hand, in den letzten Jahren hätten sie zugenommen. Mit der Aktion wolle das Bündnis ein Bewusstsein dafür wecken, dass die Wahl auch darüber entscheide, ob Werte wie Toleranz, Religionsfreiheit und ein soziales Miteinander sich gegenüber dumpfer Fremdenfeindlichkeit durchsetzen.

Bis zur Wahl sollen neben den Bannern Plakate und Aufkleber in der Stadt verteilt und zehntausend Postkarten ausgelegt werden. Der Stadtdekan der Evangelischen Kirche Frankfurt, Achim Knecht, ruft dazu auf, bei der Wahl nur den Parteien eine Stimme zu geben, die den sozialen Zusammenhalt fördern und das Recht jedes einzelnen Menschen achten.

Die AfD erwecke den Anschein, die Grundlage eines demokratischen Deutschlands zunehmend in Wort und Tat aufzukündigen. Auch das Ergebnis der Landtagswahl in Bayern habe gezeigt: „Es ist mehr denn je nötig, gegen rechtsextremistische und -populistische Tendenzen Stellung zu beziehen.“ Die AfD greife bereits ganz konkret die Arbeit von Jugendorganisationen an, wie etwa die der Falken in Rheinland-Pfalz, sagt Vanessa Lehr, Vorsitzende des Frankfurter Jugendrings. In ihrem Parteiprogramm verliere die Partei jedoch kein Wort zur Kinder- und Jugendarbeit. „Ein Zeichen, dass die Belange der Kinder und Jugendlichen keine Bedeutung für sie haben.“

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) unterstützt das Bündnis. Es sei sehr wichtig, sich gegen das zu schützen, was im Osten bereits salonfähig geworden sei: diskriminierend zu denken, sagte er. Die Banner seien ein starkes Signal. Jeder werde erinnert, dass Demokratie die Grundlage des Zusammenlebens sei – und aktuell wichtiger denn je. „Die Geschichte lehrt uns: Hass, Ausgrenzung aufgrund der Hautfarbe, Religion oder Herkunft haben noch nie auch nur etwas einziges Gutes hervorgebracht.“

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