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Rehkitz "Bambi" sucht ein neues Zuhause.

Rehkitz von Groß-Zimmern

"Bambi" sucht ein neues Zuhause

Das kleine, verlassene Rehkitz wurde von Menschen großgezogen und in einem Wildpark zu seinen Artgenossen gebracht. Doch ein Happy End lässt noch auf sich warten.

Der von einem Paar im südhessischen Groß-Zimmern aufgezogene Rehbock „Bambi“ braucht rund ein halbes Jahr nach seinem Umzug in einen Wildpark wieder ein neues Zuhause. Für den Bergwildpark Meißner ist er wegen aggressiven Verhaltens zu einem Problem geworden und jetzt nicht mehr mit Rehen, sondern in einem Gehege mit zwei südamerikanischen Laufvögeln untergebracht. „Das funktioniert auch“, sagte Friedhelm Junghans (SPD), Bürgermeister der nordhessischen Gemeinde, am Dienstag. Allerdings sei dies keine Dauerlösung. Darin ist er sich mit Forstwirt Peter Göbel einig. Er hat das Tier zusammen mit seiner Lebensgefährtin Anja Pahlen von Hand aufgezogen.

„In dem Gehege mit den Nandus fühlt er sich wohl, aber das ist ja nicht artgerecht, er soll ja auch Kontakt zu weiblichen Tieren haben“, sagte Göbel. Er habe allerdings auch kein Vertrauen mehr zu dem Tierpark. Denn dass „Bambi“ auffällig geworden sei, hänge mit einem andern ebenfalls von Hand aufgezogenen Rehbock zusammen. Dieser sei zu „Bambi“ und den beiden Ricken ins Gehege gekommen, wo alles zunächst wunderbar funktioniert habe. Der Rehbock sei aber aggressiv geworden, habe „Bambi“ angefallen, verletzt und verstört. Bei einem Besuch vor mehreren Wochen hätten er und seine Freundin eine halbe Stunde gebraucht, um „Bambi“ zu beruhigen. „Er war fast wie fremd“, sagt der Forstwirt. „Zwei Rehböcke in einem Revier, das funktioniert nicht.“

Der andere Rehbock sei inzwischen auch nicht mehr da, weil er aggressiv geworden und sogar Pfleger angefallen habe. Dem Tierpark sei es offenbar vor allem darum gegangen, dass die Ricken gedeckt würden.

Vielleicht ziehen auch die Adoptiveltern um 

Das Paar will nun einen anderen Tierpark finden oder vielleicht umziehen - in ein Haus mit größerem Grundstück. „Wir wollen jetzt aber nichts überstürzen“, betont Göbel. Im nächsten Jahr will er seine Freundin heiraten. „Es wäre schon schön, wenn „Bambi“ dann bei uns wäre.“ Die beiden Hunde, die mit „Bambi“ in Groß-Zimmern aufgewachsen waren, hätten ihn so vermisst, dass sich das Paar noch einen dritten zugelegt habe: „Sunny“, einen Mini-Malteser.

Wenn Göbel und Pahlen ein neues Zuhause für „Bambi“ finden, werde der Tierpark den Bock ziehen lassen, sagte Junghans. „Wir haben festgestellt, dass das nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten.“ Nun stehe allein das Wohl des Tieres im Vordergrund. Einen Zeitdruck für einen Umzug sieht er aber auch nicht.

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