Darmstadt

Bahn kann Termin nicht halten

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Die Vorlage der Vorzugsvariante für die geplante ICE-Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Mannheim verzögert sich.

Die Deutsche Bahn wird nicht bis Ende des Jahres bekanntgeben, welche Trasse sie beim Ausbau der geplanten ICE-Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Mannheim bevorzugt. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau verzögert sich das Projekt auch deshalb, weil der Bahn noch keine belastbaren Zahlen für den sogenannten Deutschland-Takt vorliegen. Dabei handelt es sich nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums um einen abgestimmten bundesweiten Fahrplan, der das Bahnfahren mit Regional- und Fernzügen von 2020 deutlich verbessern soll.

Jörg Ritzert, der für den Bau der Neubaustrecke Rhein/Main-Rhein/Neckar zuständige Projektleiter, hatte noch im August auf der Mitgliederversammlung der IG Neubaustrecke in Weiterstadt angekündigt, auf der Grundlage einer Bewertung von verschiedenen Anbindungsvarianten werde eine Entscheidung über die Vorzugsvariante „im zweiten Halbjahr 2018“ vorliegen. Unklar ist derzeit, wie die geplante Neubaustrecke an den Darmstädter Hauptbahnhof und bei Weiterstadt an die Strecke in Richtung Mainz angebunden werden soll. Dem Vernehmen nach plant das Projektteam, im Februar ein weiteres Beteiligungsforum, wo, steht noch nicht fest.

Der Kreistag des Kreises Groß-Gerau hat am Montagnachmittag unterdessen ein im September von den vier südhessischen Landräten, dem Darmstädter Oberbürgermeister und der Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt unterzeichnetes Positionspapier zur geplanten Eisenbahnneubaustrecke Rhein/Main – Rhein/Neckar zur Kenntnis genommen. In dem Papier wird die Untersuchung einer viergleisigen „Maximalvariante“ unabhängig von den Vorgaben im Bundesverkehrswegeplan gefordert. Derzeit plant die Bahn nur eine zweigleisige Neubaustrecke. Die Landräte der Kreise Groß-Gerau, Darmstadt-Dieburg, Odenwald und Bergstraße, der Darmstädter OB und die IHK-Präsidentin fordern zudem, neben dem bestehenden Beteiligungsforum einen Projektbeirat zu installieren, um die regionalen und kommunalen Interessen „in die Projektentwicklung optimal einzubauen“, wie es in dem Papier heißt.

Der Groß-Gerauer Landrat Thomas Will (SPD) kritisiert, dass das inzwischen zwei Jahre bestehende Beteiligungsforum seit dem Frühjahr „ins Stocken geraten ist“. Bei Kommunen und Verbänden gebe es „eine große Unzufriedenheit“ in Bezug auf die erneute Verzögerung und zum Verfahren selbst, da der Bund tiefergehende Untersuchungen zu anderen Varianten als der Vorzugsvariante der Bahn verweigere. Von einer ergebnisoffenen Vorgehensweise könne „keine Rede sein“, moniert Will.

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