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Die Fußgänger nehmen die breiteren Gehwege auf der Eschersheimer Landstraße an.

Hügelstraße und Weißer Stein

Anwohner fordern Tempo 30 auf der Eschersheimer

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Die Eschersheimer Landstraße ist zwischen Hügelstraße und Weißer Stein einspurig umgebaut - doch der Wunsch nach Nachbesserungen besteht.

Karin Puck freut sich über die Einspurigkeit auf der Eschersheimer Landstraße. „Es ist angenehmer, ruhiger und wesentlich sicherer für Radfahrer geworden“, sagt die Anwohnerin.

Auf rund 1,2 Kilometern, zwischen Weißer Stein und Hügelstraße, hat die Stadt die Hauptstraße umgebaut, dabei die Fahrbahn erneuert, Schutzstreifen für Radfahrer markiert, taktile Leitelemente für Sehbehinderte in den Boden gebaut, die Gehwege auf Straßenniveau gesenkt, Parkplätze in Längsrichtung geordnet, die Gehwege verbreitert, den Radfahrern an der Straße Am Lindenbaum das Abbiegen erleichtert. Dafür ist pro Richtung eine Spur für Autos weggefallen.

Dem Umbau gingen lange Diskussionen im Ortsbeirat und im Verkehrsausschuss voraus. 2015 hatte ein viermonatiger Verkehrsversuch gezeigt, dass der Verkehr bei einer einspurigen Führung nicht zusammenbricht, was Kritiker befürchtet hatten.

Während dieser Diskussion im Jahr 2015 sammelten Karin Puck und Anne Conley Unterschriften im Stadtteil, um den Umbau zu unterstützen. 450 Anwohner hätten unterschrieben - „und sogar 36 Geschäftsinhaber,“, sagt Conley, die am Montag auch zum Eröffnungsrundgang gekommen war. „Jetzt fehlt nur noch Tempo 30“, sagt Puck.

Anne Wehr pflichtet ihr bei. „Die Eschersheimer Landstraße ist ein gutes Beispiel dafür, wie nötig Tempo 30 wäre“, sagt die Frau aus dem Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Frankfurt. Sie blickt auf die Straße, wo nur unterbrochene Markierungen die Radfahrer vom Verkehr trennen. „Für Tempo 50 ist es hier zu eng“, stellt sie fest. Bei dieser Schnelligkeit genügten kleine Fahrfehler, damit es zu Unfällen komme.

„Das Optimum ist noch nicht erreicht“, sagt auch Uli Scheel vom Radentscheid Frankfurt. Wenn ein Lkw neben einem Radler fahre, seien die Platzverhältnisse „grenzwertig“, sagt er.

Donna Ochs (SPD) aus dem Ortsbeirat 9 spricht sich wiederum dafür aus, dass die Ampel an der Kreuzung Am Lindenbaum korrigiert wird. Dort stünden abbiegende Autos teils auf den Gleisen. Auch sollten Markierungen für Radfahrer eingefärbt werden, um die Sichtbarkeit zu erhöhen.

Diesen Wünschen nach Nachbesserungen zum Trotz sind die Befragten grundsätzlich froh über den Umbau der Hauptstraße. „Vor dem Umbau gab es eine jahrelange Debatte mit Maximalpositionen, die nur schwer in Einklang zu bringen waren“, erinnert sich Stadtrat Stefan Majer (Grüne), der als früherer Verkehrsdezernent den Umbau forciert hatte.

Der heutige Dezernent Klaus Oesterling (SPD) kündigte weitere Änderungen an. 2019 errichte die Stadt Übergänge am Sinaipark und an der Straße Am Dornbusch. Einem Tempolimit erteilte er eine Absage: Abgesehen von Tempo 30 bei Nacht auf dem Alleenring werde es „in dieser Wahlperiode kein Tempo 30 auf Hauptstraßen mehr geben“.

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