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SPD ist schon im Wahlkampfmodus

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Barth und Imhof als Direktkandidaten gekürt / Kritik an Landesregierung

HOchtaunus - Dass die Bad Homburgerin Elke Barth und der Oberurseler Sebastian Imhof bei der Landtagswahl am 8. Oktober die Pfründe der SPD zurückerobern sollen, schien beim Treffen der Hochtaunus-Genossen am Mittwoch von Anfang an ausgemachte Sache. Unterbezirksvorsitzender Dr. Stephan Wetzel wollte Kampfkandidaturen zwar nicht ausschießen, hielt das plötzliche Auftauchen weiterer Bewerber kurz vor Urnenschluss aber für wenig wahrscheinlich. So kam es dann auch. Wie nicht anders erwartet, sollen es Barth für den Wahlkreis 23 (Bad Homburg, Friedrichsdorf, Grävenwiesbach, Neu-Anspach, Usingen, Wehrheim) und Imhof für den Wahlkreis 24 (Oberursel, Steinbach, Kronberg, Königstein, Glashütten, Schmitten, Weilrod) als Hochtaunus-Direktkandidaten der SPD richten und dafür sorgen, dass das „einst so stolze Georg-August-Zinn-Land Hessen“, wie Barth, Landtagsabgeordnete seit 2014, es formuliert hat, ab Oktober wieder sozialdemokratisch regiert wird. Für Barth als Spitzenkandidatin stimmten 44 der 45 Delegierten. Newcomer Imhof erhielt 35 von 37 Stimmen. Als Ersatzkandidat auf der Reservebank von Elke Barth sitzt der Neu-Anspacher Dr. Kevin Kulp, bei Imhof ist es die neue Weilroder Parteichefin Nicole Engelmann-Erwe. Auch sie wurden mit großer Mehrheit gewählt. Barths betont kämpferisch vorgetragene Bewerbungsrede klang, als würde sie vor der politischen Konkurrenz gehalten; häufiger Zwischenapplaus zeigte, dass sie schon ein wenig Eulen nach Athen trug und zumindest daheim im Hochtaunus keine große Überzeugungsarbeit mehr leisten musste. Aber die offensichtlich in Aufbruchstimmung befindlichen Delegierten saugten die Botschaften auf wie Honig. An den CDU-geführten Landesregierungen seit 1999 ließ Barth kaum ein gutes Haar, mehrfach sprach sie von Versagen gleich in mehreren Ressorts. Die Union verkenne systematisch, dass Hessen offensichtlich ein Problem mit Rechtsextremismus habe. Barth stellte dies in den Zusammenhang mit der Mordserie von Hanau, mehreren glücklosen Untersuchungsausschüssen, Polizeiskandalen und dem Mord an Walter Lübcke.

Den Grünen hielt Barth einen „beispiellosen Kurswechsel“ vor. Unter Verkehrsminister Tarek Al Wazir („Auslaufmodell“) habe es beim ÖPNV, Straßen- und Schienenausbau kaum messbare Fortschritte gegeben. „Schwarz-Grün hat abgewirtschaftet“, rief Barth. Die Landesregierung operiere im „Tempo einer halbtoten Schnecke“. Chancengleichheit in der Bildung stellte Sebastian Imhof in den Fokus seiner Bewerbungsrede. Das Ergebnis der Bildungspolitik von Schwarz-Grün nannte er „katastrophal“. Eine SPD-geführte Landesregierung werde nicht weiter zusehen, wie das Angebot an Lehrkräften und Betreuungspotenzial bei den Kitas weiter künstlich verknappt wird. Hessen dürfe bei Bildung und Erziehung nicht weiter hinterherhinken. Das gelte auch für die Digitalisierung, die zielgerichtet umgesetzt werden und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen müsse. Hessen dürfe nicht länger „unter Wert regiert werden“.

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