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Das Lehramtsstudium soll länger dauern.

Bildung

SPD im Hessischen Landtag will Lehrerausbildung modernisieren

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Die SPD spricht sich für zehn Semester aus, um zusätzliche Kenntnisse vermitteln zu können.

Die SPD macht sich dafür stark, das Lehramtsstudium auf zehn Semester zu verlängern. Bisher benötigen angehende Grund-, Haupt- und Realschullehrer in der Regel sieben Semester, angehende Förderschul- und Gymnasiallehrer neun Semester.

Der SPD-Bildungspolitiker Christoph Degen verspricht sich eine „deutliche Aufwertung“ des Studiums, wie er bei der Vorstellung des Gesetzentwurfs am Donnerstag in Wiesbaden sagte. Das Lehramtsstudium solle in eine Bachelor- und eine Masterphase gegliedert werden. Das vereinfache den Umstieg von Studierenden einer Fachwissenschaft auf einen Lehramtsstudiengang.

Degen nannte das heutige Lehrerbildungsgesetz „antiquiert“. Viele Bundesländer hätten die Studiendauer bereits vereinheitlicht und auf zehn Semester erhöht. Das biete die Möglichkeit, zusätzliche Inhalte aufzunehmen. So sei Hessen das einzige Bundesland, in dem nicht alle Lehramts-Studierenden Grundkenntnisse der Inklusion von Menschen mit und ohne Behinderungen erwerben müssten. Notwendig seien auch Kenntnisse, wie sie mit Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Herkunft umgehen könnten und welche Angebote sich für den Ganztagsunterricht eigneten.

Neue Schulfächer gefordert

Die SPD sieht das Problem, dass durch eine verlängerte Ausbildung die Zahl der Absolventen für einen gewissen Zeitraum zurückgehen würde – wenn Studierende mit kurzem Studium bereits ihren Abschluss gemacht haben, während Studierende mit längerem Studium noch drei Semester vor sich haben. Dies sei aber aufzufangen, wenn die Hochschulen die Umstellung nicht gleichzeitig vornehmen würden, erläuterte Degen.

Für erforderlich hält die SPD die Ausbildung in zwei neuen Schulfächern. Arbeitslehre sowie Deutsch als Zweit- und Fremdsprache sollten den Fächerkanon ergänzen, schlug Degen vor.

Das Referendariat soll nach den Vorstellungen der SPD beibehalten werden, ehe die Ausbildung mit einer Staatsprüfung (bisher Zweite Staatsprüfung) abgeschlossen wird. Degen setzt sich aber für mehr Flexibilität ein. Das Referendariat solle in Teilzeit absolviert werden können – nicht nur, wie bisher, wenn familiäre Gründe dafür nachgewiesen werden können.

Die Ausbildung der Lehrkräfte soll nicht mit Studium und Referendariat enden. Die SPD fordert, ein Recht zur Fortbildung zu verankern. Dafür müsse es ein umfassendes Angebot geben.

Im Landtag ist unstrittig, dass die Lehrerbildung reformiert werden muss. CDU und Grüne haben dies im Koalitionsvertrag vereinbart. Auch FDP und Linke forderten am Donnerstag entsprechende Schritte. Der Grünen-Abgeordnete Daniel May kündigte an, dass die schwarz-grüne Koalition „in der ersten Hälfte der Wahlperiode“ eine umfassende Novelle des Lehrerbildungsgesetzes vorlegen wolle, also bis 2021. Themen wie Inklusion, Ganztagsschule und Digitalisierung müssten „in allen Phasen der Lehrerbildung präsent“ sein.

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