Uniklinik Gießen-Marburg

Sorge um Zukunft der Uniklinik Gießen-Marburg

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Der Eigentümerwechsel beunruhigt die Belegschaft in Marburg und Gießen. Das Land will verhandeln. 

Die Mitarbeiter der privatisierten Universitätsklinik Gießen-Marburg kommen nicht zur Ruhe. „Am Freitag haben wir erfahren, was wir schon seit langem geahnt haben“, sagt Wolfgang Demper, Betriebsratsvorsitzender in Marburg. Asklepios will die Rhön-Kliniken übernehmen und damit zum bundesweit zweitgrößten privaten Klinikkonzern avancieren. Rhön behandelte voriges Jahr mehr als 860 000 Patienten, Asklepios versorgte 2018 rund 2,3 Millionen Kranke. Während Asklepios in 160 deutschen Gesundheitseinrichtungen vertreten ist, betreibt Rhön Krankenhäuser in Bayern, Thüringen, Brandenburg und Hessen.

Die Landesregierung sieht keinen Anlass zur Sorge. Die aktuellen Vereinbarungen blieben unberührt, versichert der Sprecher des Wissenschaftsministeriums, Volker Schmidt. Das betreffe auch den Betrieb der Partikeltherapie, zu dem sich Rhön beim Kauf der Uniklinik vor 14 Jahren verpflichtet hatte: „Vertragspartnerinnen des Landes sind die Rhön-Klinikum AG sowie die Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH. Änderungen in der Aktionärsstruktur der Rhön-Klinikum AG haben keinen Einfluss auf die bestehenden Verträge.“

Die Landesregierung setzt weiterhin auf Gespräche über die aktuell anstehenden Fragen, teilten Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) und Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) dieser Tage mit. Ziel sei es, das Zukunftspapier für die Weiterentwicklung der mittelhessischen Universitätsmedizin aus dem Jahr 2017 fortzuschreiben. Dazu gehöre auch die Neuregelung der Trennungsrechnung, die die Finanzierung von Lehre und Forschung betrifft und für die das Land zuständig ist. Wiesbaden erwägt, auch in die Investitionsförderung einzusteigen und will im Gegenzug mehr Einfluss auf den Klinikbetrieb ausüben.

Betriebsrat Demper sieht den Eigentümerwechsel mit Sorge. Asklepios sei für seine Politik des Outsourcings bekannt. Der Zukunftsvertrag schließe dies sowie betriebsbedingte Kündigungen zwar aus – doch der laufe im nächsten Jahr aus. mit dpa

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