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Das Warnsystem wurde nach den erschreckenden Erfahrungen mit dem Hitzesommer 2003 eingeführt.

Gesundheit

Hessen: Vorkehrungen bei Hitze

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Hessen ruft die Hitzewarnstufe 2 aus. Arbeitgeber und Pflegeeinrichtungen treffen Vorkehrungen. Für manche Beschäftigte gibt es hitzefrei.

Kalte Wassermelone sind herrlich erfrischend. Oder anderes Obst mit hohem Wassergehalt. Stündlich ein Glas trinken ist Pflicht. Kein Kaffee oder gar Alkohol. Besser ist Leitungswasser, Mineralwasser, gekühlter Kräutertee oder Tee mit Minze und Zitrone. Wichtig: Das Nass kommt nicht direkt aus dem Kühlschrank.

Der hessische Sozialminister hat für den heutigen Mittwoch die Hitzewarnstufe 2 ausgerufen. Speziell im Rhein-Main-Gebiet erwartet der Deutsche Wetterdienst gefühlte Temperaturen von mehr als 38 Grad. Für Donnerstag und Freitag ist mit ähnlich hohen Werten zu rechnen. Pralle Sonne und Hitze könnten vor allem für Kinder, gesundheitlich geschwächte und ältere Menschen gefährlich werden.

Minister Kai Klose (Grüne) appelliert daher an alle Bürger, ihr Verhalten an diese Situation anzupassen: „Halten Sie sich in kühlen Räumen auf, vermeiden Sie körperliche Aktivitäten, halten Sie die Fenster tagsüber geschlossen und öffnen Sie sie erst nachts zum Lüften.“

Das Warnsystem wurde nach den erschreckenden Erfahrungen mit dem Hitzesommer 2003 eingeführt. Allein in Hessen starben damals rund 780 Menschen mehr als in einem normalen Sommer, hauptsächlich waren alte betroffen.

Deshalb zielten die Hitzewarnungen zunächst auf Pflegeeinrichtungen ab. Sie haben darauf zu achten, dass die Temperatur erträglich bleibt und die Mitbewohner genügend trinken. Doch nur jeder vierte Pflegebedürftige lebt im Heim. Deshalb bittet Klose auch Pflegedienste und pflegende Angehörige oder Nachbarn um erhöhte Aufmerksamkeit.

Dies ist die zweite Hitzewelle des Jahres 2019. Und auch die öffentlichen Arbeitgeber ziehen Konsequenzen: Um Straßenwärtern bei hohen Temperaturen die Arbeit etwas zu erleichtern, stellt die Verkehrsbehörde Hessen Mobil luftigere Warnwesten und eine Kopfbedeckung zur Verfügung. Die Westen haben zur besseren Belüftung viele kleine Löcher, wie der Landesbetrieb auf seiner Internetseite erläutert.

Zum Schutz des Kopfes vor UV-Strahlen bekommen die Mitarbeiter einen Sonnenhut, der auch die Ohren und teilweise den Nacken bedecke, erläuterte eine Sprecherin in Wiesbaden am Dienstag.

Kurze Hosen verboten

Außerdem steht für die Straßenwärter Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 kostenlos bereit. Während kurze Hosen das Straßenbild bestimmen, sind sie für die Straßenwärter aus Sicherheitsgründen verboten. Die Arbeitszeit könne im Sommer in den Meistereien grundsätzlich vorverlegt werden – dann geht es schon um 5 Uhr morgens los und vor der größten Hitze wäre dann Feierabend. Muss zwingend zur Mittagszeit gearbeitet werden, dann darf das Personal häufiger eine Pause einlegen. Straßenwärter kontrollieren unter anderem die Strecken und kümmern sich um kleinere Arbeiten, etwa am Asphalt oder an den Abflüssen, wie die Sprecherin erläuterte.

Mit geänderten Öffnungszeiten der städtischen Ämter reagiert Darmstadt auf die große Hitze. Statt um 8 Uhr oder 8.30 Uhr öffnen die Schalter und Amtsstuben bereits um 7 Uhr für die Bürger. Die verlängerte Öffnungszeit am Mittwoch entfällt komplett, denn um 13 Uhr bekommen die Mitarbeiter Hitzefrei. Dies sei der prognostizierten Hitze von nahezu 40 Grad geschuldet, sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne).

Es sei Pflicht, den Arbeitsschutz der Mitarbeiter „auch bei derartigen extremen Bedingungen sicherzustellen“. Dies sei nur mit angepassten Öffnungszeiten möglich, denn die Temperaturen erreichten am Nachmittag den Höchststand.

Unterdessen teilt der Deutsche Wetterdienst mit, dass am Donnerstag die 40-Grad-Marke geknackt werden könnte. Das wäre dann der höchste Wert in Hessen seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Die Durststrecke könnte allerdings am Freitagnachmittag enden: Gewitter sollen Abkühlung bringen. (mit dpa)

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