Urteil

Solidarität mit Ärztin

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Kollegen stellen sich hinter Sebnem Korur Fincanci.

Betroffen hat das Präsidium der Landesärztekammer Hessen auf das Urteil gegen die Trägerin des Hessischen Friedenspreises, die Ärztin Sebnem Korur Fincanci, reagiert. Die Vorsitzende der türkischen Menschenrechtsstiftung habe ihre Arbeit „korrekt und unbestechlich durchgeführt“. 

Für ihren Einsatz bei der Aufarbeitung von Folter und Menschenrechtsverletzungen in der Türkei hatte der Landtag in Wiesbaden Fincanci ausgezeichnet. Kurze Zeit später wurde sie unter dem Vorwurf der „Terrorpropaganda“ in der Türkei zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der Grund: Fincanci hatte 2016 als eine von mehr als 1000 Akademikern die Friedenspetition „We will not be a party to this crime“ unterschrieben. Auch beteiligte sich die Ärztin an einer Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen durch das türkische Militär 2015 bis 2016 in der kurdischen Stadt Cizîr.

Die Ärztekammer hofft, dass sie von einem Berufungsgericht freigesprochen wird. Sie fordert den im Mai in Münster tagenden Deutschen Ärztetag auf, die politische Verfolgung von Ärzten zu thematisieren.

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