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Die Gründer der "Kooperative ? Stadt.Land.Wirtschaft.": Silas Müller (l.) und Christoph Graul.

Solidarische Landwirte in Hessen

Solidarische Landwirtschaft

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Die solidarischen Landwirte der Kooperative in Hessen sind jetzt eine Genossenschaft.

In diesen Tagen ist das Team von „Die Kooperative“ unter anderem bei der Klimagourmet-Woche beschäftigt, erntet mit Kindern Kartoffeln, um leckere Suppe daraus zu kochen, und macht mit beim sogenannten Parking Day am Freitag. Da geht es darum, Parkplätze zu besetzen, den Autofahrern vorübergehend ein Stück Straße wegzunehmen, um sinnvollere Sachen auf der Fläche zu machen. In diesem Fall: Äpfel auspressen, lecker Apfelsaft, mit der mobilen Presse.

Aber ansonsten sind Silas Müller und Christoph Graul, die Kooperativemacher, damit beschäftigt, gesunde Lebensmittel zu produzieren – seit kurzem im neuen Gewand: Die Genossenschaft ist gegründet, wie seit dem Beginn im Frühjahr geplant.

„Das ist ein Riesenerfolg für uns“, sagt Müller, „die Initialzündung, um richtig loszulegen.“ An die 90 Leute seien zur Gründungsveranstaltung gekommen, mit Bühne, illuminierten Gewächshäusern und Lagerfeuer. 70 hätten sich gleich als Genossen eintragen lassen. Zusammen mit all den Leuten, die schon regelmäßig Obst, Gemüse und Eier von der Kooperative bekommen, aber nicht beim Start der Genossenschaft dabei waren, liege man bei 200 Anteilsbeziehern. Wer seine Kiste mit dem Ernteanteil haben will, muss künftig Genossenschaftsmitglied sein. Silas Müller: „Es geht bei uns darum, sich aktiv zu beteiligen.“

Generell verfolgt die Kooperative ja den Plan, so viele Menschen wie möglich mit gesunden Dingen zu versorgen, und sie legt dabei auch Wert auf soziale Gerechtigkeit. Solidarische Landwirtschaft eben. Auf den Feldern in Oberrad und seit einigen Wochen auch in Steinbach auf dem Quellenhof wachsen Obst und Gemüse, neuerdings bieten die Bauern auch Honig an. Eier und vieles andere liefern Kooperationspartner – alles bio.

Um den Jahreswechsel herum soll ein eigenes Hühnermobil angeschafft werden, außerdem wollen Graul und Müller bald das Sortiment um Brot und Fleisch erweitern. Für Letzteres fehlt noch die Kühlkette, sprich: Transportfahrzeug und Lagerräume mit Kühlung. Im Aufsichtsrat der neuen Genossenschaft sitzen die Nachhaltigkeits- und Inklusionsberaterin Alexandra von Winning, die Biologin und Naturschutzdozentin Frauke Fischer und der Politikwissenschaftler Bernhard Albert, nach eigenen Angaben Brückenbauer zwischen Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft. „Wovon wir bisher immer erzählt haben, ist jetzt da“, sagt Silas Müller. „Die Geburtsstunde der Kooperative ist eigentlich erst jetzt.“

Und dann dieses schlimme trockene Sommerklima. Oder? „Fürs Gewächshaus war das Wetter perfekt“, schwärmt Müller. „Die Tomaten stehen da wie Herkules.“ Für die Kartoffeln draußen war die Lage schwieriger, sie sind merklich kleiner als in Jahren mit Regen. Die Kooperative stellt sich darauf ein, dass es künftig häufiger Wetterlagen wie im Sommer 2018 geben wird. Daher sei es wichtig, eine Strategie zu erarbeiten, was etwa die Bewässerung angeht. Günstigerweise sei der Boden in Steinbach und Oberrad sehr gut, könne Flüssigkeit speichern, und der Grundwasserspiegel liege hoch. Die Genossen sind zuversichtlich.

Weitere Informationen unter www.diekooperative.de.

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