+
Protest beim Hessentag 2017 in Rüsselsheim gegen die Teilnahme der Bundeswehr.

Militär an Schulen

Soldaten erwünscht

  • schließen

Der hessische Landtag debattiert über Militär an Schulen und beim Hessentag.

Armin Schwarz ist ein großer Fan der Bundeswehr auf dem Hessentag: 2500 Schüler hätten die Soldaten in diesem Jahr in Bad Hersfeld besucht. „Das war eine vorzügliche Visitenkarte, das hat Spaß gemacht, das waren tolle Gespräche.“ Wer behaupte, dass dies eine „Werbenummer“ für die Armee sei, erzähle „Unsinn“. Das gelte auch für den Besuch von Jugendoffizieren in den Schulen. Für die Rekrutierung, unterstützt ihn später Kultusminister Alexander Lorz, seien andere Leute zuständig. Er stehe zu der Kooperation mit der Bundeswehr, die wie viele andere externe Organisationen in den Schulen über ihre Arbeit informiere, sofern dies von den Lehrern erwünscht sei. Im Idealfall würden sie dort mit Vertretern der Friedens- und Konfliktforschung gemeinsam diskutieren, das würde den Unterricht bereichern. Und die SPD-Forderung könne auch erfüllt werden: Künftig werde die Bundeswehr eine Statistik darüber liefern, wie oft die Bundeswehr in hessischen Schulen unterwegs sei.

Anlass für die Debatte war ein Antrag der AfD, die die Armee für ihren „unermüdlichen Einsatz zur Wahrung von Stabilität, Sicherheit und Frieden“ lobt und sich zum Einsatz der Jugendoffiziere bekennt. Zwei Dinge, die unstrittig sind im Landtag. Lediglich die Linksfraktion lehnt Auslandseinsätze kategorisch ab und möchte das Geld für die Aufrüstung in zivile Projekte stecken, wie Jan Schalauske für seine Fraktion ausführte. Sie ruft auch jährlich zu Protesten auf dem Hessentag auf.

Die anderen Fraktionen hatten eigene, ausführlichere Anträge gestellt. Ziel des Einsatzes in den Schulen müsse sein, „Schüler zu befähigen und zu motivieren, sich an Erörterungen und Diskussionen über Möglichkeiten der Friedenssicherung aktiv zu beteiligen“, formulierte die schwarz-grüne Koalition in ihrer Vorlage. Die Kooperation sei dazu geeignet, Schüler dazu zu motivieren, „an Diskussionen über Sicherheitspolitik und Friedenssicherung teilzunehmen“, befand die FDP. Die SPD forderte „einen detaillierten schriftlichen Bericht über Anzahl und Orte der Schulbesuche“. Die soll es laut Lorz nun ja künftig geben.

Teilweise artete die Diskussion in eine Generaldebatte über die Bundeswehr aus. Außer der Linksfraktion stieß sich keiner daran, dass die Panzer jedes Jahr auf dem Hessentag stehen. Im Gegenteil, meinte der Sozialdemokrat Stephan Grüger. Das zeige doch, dass das Militär „mitten in der Gesellschaft ist“. Von diesen „Staatsbürgern in Uniform“ hätte die SPD gerne mehr: Sie fordert die Landesregierung auf, sich nicht nur für den Erhalt der Truppenstandorte in Hessen einzusetzen, sondern sich bei der Bundesregierung um weitere Ansiedlungen zu bewerben. Bei der Union stieß sie damit auf Begeisterung. „Da bin ich gerne dabei“, sagte Schwarz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare