Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ein Smiley aus Schnee: Ella und Samira (v. l.) genießen das Winterwetter.
+
Ein Smiley aus Schnee: Ella und Samira (v. l.) genießen das Winterwetter.

Skigebiete in Hessen

Taunus: Mit der U-Bahn in den Schnee

  • Steven Micksch
    vonSteven Micksch
    schließen

Der Taunus lockt am Wochenende weiterhin zahlreiche Besucher:innen an. Doch chaotische Zustände bleiben in Skigebieten in Hessen aus.

  • Aufgrund der steigenden Corona-Fallzahlen sind viele Wintersportgebiete in Hessen gesperrt.
  • Das Chaos in der Corona-Krise rund um Frankfurt bleibt am Wochenende aber aus.
  • Die Polizei berichtet nur von Einzelfällen rund um Frankfurt und in Hessen.

Frankfurt am Main - Die U-Bahn-Linie 3 in Richtung Oberursel Hohemark ist am Samstagvormittag auffällig voll. Menschen mit Fahrrädern, Skiern, Schlitten und großen Rucksäcken sitzen und stehen in den Wagen der U3. „Der Parkplatz ist ja jetzt schon voll“, sagt eine Frau zu ihrer Freundin, als die U-Bahn gegen 10.30 Uhr an der Hohemark ankommt. Jetzt strömen die Fahrgäste aus der Bahn und laufen in Richtung Wald. Die große Menschenmenge wird im weitläufigen Waldgebiet später gar nicht mehr so riesig erscheinen.

Philipp Melcher und Lina Yarema überlegen an der Touristeninformation erst noch, welchen Weg sie am besten einschlagen. Beide sind aus Frankfurt gekommen, und Melcher hat einen großen Schlitten geschultert. Nun suchen sie einen geeigneten Ort zum Rodeln.

Ich wollte mit meinem Freund zusammen ein bisschen den Schnee hier im Taunus sehen. Wir mussten einfach mal aus Frankfurt rauskommen und gehen jetzt gleich spazieren.

Schlittenfahren rund um Frankfurt - „Einfach rauszukommen aus der Stadt“

„Wir wollen vielleicht auf den Fuchstanz“, sagt der Frankfurter. Mitte der Woche hatten sich beide überlegt, am Samstag zum Schlittenfahren nach Oberursel zu kommen. „Letztes Mal, als Schnee lag, haben wir zu lange gewartet und es bereut“, sagt der junge Mann. Seine Begleiterin bekräftigt: „Es tut gut, einfach mal rauszukommen aus der Stadt.“

Auf dem Parkplatz neben dem Taunus-Informationszentrum gibt es zu diesem Zeitpunkt keinen freien Parkplatz mehr. Die Autokennzeichen verraten, dass die Menschen auch von weit her zur Hohen Mark kommen. Böblingen, Wuppertal, Düren, aber auch Österreich. Das Gros der Fahrzeuge kommt aber aus Hessen. Frankfurt, Offenbach, Main-Kinzig-Kreis, Darmstadt. Wo immer sich eine Parklücke auftut, ist schnell ein Auto zur Stelle, um sie wieder zu füllen.

Frankfurt und Umgebung: Polizei patroulliert mit dem Auto

Ein defekter Parkscheinautomat beeinträchtigt die Stimmung nur kurz. Die Leute freuen sich auf den Schnee. Manche geben ihren noch gültigen Parkschein an den nächsten Autofahrer weiter. Auch die Polizei ist unterwegs und patrouilliert mit dem Auto.

Ich bin mit dem Auto hierhergekommen, um wandern zu gehen. Ich komme oft her, weil die Gegend so schön ist. Außerdem hat man hier Steigung, da macht das Wandern Spaß.

Dann geht es den Weg zur Klinik Hohe Mark hinauf. Die Sonne scheint, es ist nicht so kalt wie an den Tagen zuvor, und auf dem Waldboden liegt noch Schnee. Spaziergänger:innen sind mit ihren Hunden unterwegs. Andere haben Nordic-Walking-Stöcke dabei. Als der Weg unbefestigt wird, wird es recht glatt. Der Weg wird immer steiler, und die Menschen werden langsamer.

Unterwegs durch den Schnee im Taunus in Hessen

Aus einer Abzweigung kommt ein älteres Pärchen. „Wir spazieren durch den schönen Taunus“, sagt Angelika Beginé. Sie genieße mit ihrem Mann Denis den Schnee unter blauem Himmel. Das Rentnerpaar kommt aus Kronberg und ist direkt von der Haustür in Richtung Taunus gegangen. „Wir sind öfters hier, auch unter der Woche“, sagt der Mann.

Heute sei es aber nicht übermäßig voll. „Der Andrang am Feldberg letztens, die Leute wollten halt einfach raus“, sagt Denis Beginé. Seine Frau merkt an, dass es hier schon sehr lange nicht mehr so schönen Schnee gegeben habe.

Nach Besucheransturm auf den Feldberg - alle wollen Schlitten fahren

Auch die anderen Besucher:innen sehen das so. Kleine Grüppchen bahnen sich ihren Weg hinauf. Wer einen Schlitten dabeihat, trägt ihn ohne zu murren den Berg hinauf. Von den Bäumen rieselt leise der Schnee, wenn ein Lüftchen weht. Links plätschert ein Rinnsal, und über den Köpfen zwitschern die Vögel. In der Ferne ist das Klopfen eines Spechts zu hören. Endlich auf der ersten Anhöhe angekommen, verschnaufen die Ersten. Oben ist es gleich etwas kühler. Der Schnee knirscht unter den Füßen.

Wir mussten mal raus aus der Stadt und gehen jetzt wandern. Wir waren im Sommer schon mal hier im Wald, aber jetzt ist es mit dem Schnee etwas Besonderes. Den gibt es in der Stadt eher weniger.

Noch etwas weiter oben hört man schließlich fröhliches Kindergeschrei. Die Kleinen können endlich rodeln, und auch ein paar Erwachsene machen mit. „Ich bin hier, um etwas Spaß mit den Kindern zu haben“, sagt Florencio Arias Martinez und klopft sich den Schnee von der Hose. Der Frankfurter ist mit seinen beiden Töchtern in den Wald gekommen. „Ich war gestern schon mal spontan hier, heute habe ich die Kinder dabei.“ Alle anderen Möglichkeiten seien gesperrt, doch der Wald hier sei sehr schön, und die Mädchen könnten ungestört rodeln.

Das Chaos in Wintersportgebieten in Hessen bleibt aus

Wie in Oberursel bleibt auch in anderen hessischen Wintersportgebieten der chaotische Andrang aus. „Es ist alles ganz ruhig bei uns“, sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen über die Situation an der Wasserkuppe und am Hoherodskopf. Auch wenn die Parkplätze am Sonntagvormittag früh voll waren.

Die Zufahrtsstraßen rund um den Großen Feldberg waren an diesem Wochenende gesperrt. Der große Andrang sei auch hier ausgeblieben, berichtet die Polizei. mit dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare