Es muss nicht immer Arbeit sein: Leben daheim
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Es muss nicht immer Arbeit sein: Leben daheim

Corona-Homestory

Singen, stehen, über’n Zaun gucken

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Hier kommen wieder drei Ratschläge der FR-Gemeinde für eine gute Zeit daheim. Diesmal wird es sogar international.

Heute singen wir mal wieder. „Im Wiesbadener Rheingauviertel finden sich die Nachbarn auch über Distanz zum gemeinsamen Singen zusammen, um die Krise auch mit Humor und Lebensfreude zu nehmen“, schreibt uns FR-Leserin Gunda Jäger. Beethovens „Ode an die Freude“ ist eines der favorisierten Lieder – „doch was lag näher als ein neuer Text auf die Melodie ,Mein kleiner grüner Kaktus steht draußen am Balkon‘ frei nach den Comedian Harmonists?“, fragt sie.

Ja – was soll da näher liegen? Nichts. Nun erklingt also sonntags in Wiesbaden (Text von Christoph Jäger): „In Zeiten von Corona, da steh’n wir am Balkon (hollari hollari hollaro)/Da sing’n die Stadtbewohner zusammen einen Song (hollari hollari hollaro).“ Oder auch: „Wir kaufen Reis und Nudeln, Spinat und Klopapier (hollari hollari hollaro)/Wir singen und wir dudeln an jedem Sonntag hier (hollari hollari hollaro).“ Und: „Durch Krisen und Fiasken wächst uns’re Fantasie (hollari hollari hollaro)/Wir nähen bunte Masken auf Rat des RKI (hollari hollari hollaro).“

Und jetzt alle: Was sagen wir denn dazu? Das klingt ja kunterbunt. Die Redaktion glaubt nah’zu: Das hält Sie so gesund (hollari …).

Homeoffice im Stehen

Vielen Dank dafür. Erinnern Sie sich an die Kollegin, die in der Corona-Krise auf die verhängnisvolle Idee kam, nach 19 Jahren ihre Wohnung zu renovieren – trotz all der offensichtlichen Risiken wie Hexenschuss und Leitersturz? Ein empathischer Frankfurter Leser schreibt: „Hier kommt dann mal ein Gruß aus dem Dichter-viertel an Ihre Kollegin, die mit dem Rücken. Gute Besserung! Hatte selber die Hex’ und die ersten Wochen im Homeoffice-Exil gingen nur mit Laptop im Regal, als Stehpult aufgebockt.“

Das Phänomen dürfte vielen begegnet sein: dass die Stühle daheim nicht allerhöchsten Bürostandards entsprechen, in Sachen Ergonomie. „Meine Tipps“, rät der Empathische, dessen Name nichts zur Sache tut, wie er findet: „Macht es im Stehen. Das Homeoffice. Und nicht vorm Bücherregal beim ZOOMen. Und lasst das mit dem Renovieren bei euch drinnen! Nach Corona wird nicht mehr so viel gewohnt werden.“

Nicht mehr so viel gewohnt wie gewohnt, ließe sich ergänzen. „Bonjour liebes Team der Frankfurter Rundschau!“, schreibt uns Nadine Becker, und jetzt wird’s international: aus dem deutsch-französischen Grenzgebiet. „Ich wohne seit zwölf Jahren in der französischen Grenzstadt Sarreguemines“, berichtet sie. „Zu jedem Tag des Confinements schreibe ich kurz nach 8 Uhr morgens einen kleinen Bericht.“

Confinement bedeutet, wie natürlich alle wissen (außer mir): Beschränkung. Wer erfahren will, wie es den Grenzgängern in diesem Gebiet seit Beginn der Pandemie erging, kann im Blog davon lesen: zaungeschichten.com. Inzwischen schreibt Nadine Becker über die Lockerungen.

Nächste Woche beginnt die Schule wieder. Wer dennoch weiter Zu-Hause-Geschichten, Tipps und Ermunterungen loswerden möchte, nur zu: online@fr.de.

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