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Angela Dorn.

Hochschulen

Signal für Hochschul-Beschäftigte in Hessen

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Ministerin Dorn und die Präsidenten der Einrichtungen streben weniger Befristungen für junge Wissenschaftler an.

Die schwarz-grüne Landesregierung will die Arbeitsbedingungen für mehrere Hundert wissenschaftliche Beschäftigte an den Hochschulen verbessern. Als ersten Schritt auf dem Weg dorthin hat Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) am Freitag in Wiesbaden eine Vereinbarung mit den Präsidenten der fünf hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) unterzeichnet.

Profitieren sollen davon die wissenschaftlichen Mitarbeiter, die keine Professur innehaben. Die Gewerkschaften beklagen seit Jahren, dass diese jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler meistens nur befristet und häufig extrem kurz beschäftigt werden.

In der hessischen Vereinbarung ist nun geregelt, dass Beschäftigungsverhältnisse von unter einem Jahr vermieden werden sollen. Promotionsstellen müssten lange genug laufen, damit Doktoranden ihre Promotion tatsächlich abschließen könnten. Daueraufgaben müssten grundsätzlich als Dauerstellen ausgestaltet und zudem öffentlich ausgeschrieben werden, heißt es weiter in der Vereinbarung.

Anders sieht es aus, wenn Mitarbeiter in Bereichen forschen, die über Drittmittel finanziert werden. Dann sollen ihre Verträge wenigstens nicht kürzer laufen, als Drittmittel bewilligt wurden, sondern genau so lang.

Nicht abhängig von Profs

Als „wirklich innovativ“ bezeichnete es Ministerin Dorn, dass Stellen im wissenschaftlichen Mittelbau nicht mehr einer Professorin oder einem Professor zugeordnet werden sollen, sondern dem gesamten Fachbereich oder Institut. Damit wolle man „eine zu enge Abhängigkeit von einer Professorin oder einem Professor“ verhindern.

Der Vorsitzende der HAWs in Hessen, der Frankfurter Hochschulpräsident Frank Dievernich, äußerte die Hoffnung, als Arbeitgeber attraktiver zu werden. Bisher seien rund 100 bis 150 wissenschaftliche Mitarbeiter an jeder der Hochschulen für Angewandte Wissenschaft beschäftigt, berichteten Dievernich und seine Präsidentenkollegen. Die ehemaligen Fachhochschulen würden aber den wissenschaftlichen Mittelbau ausbauen, seit sie 2016 ein eigenständiges Promotionsrecht erhalten hätten.

Ministerin Dorn erwartet, dass die Vereinbarung mit den HAWs „Strahlkraft“ entfaltet. Die Landesregierung hat angekündigt, die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter auch an den weiteren Hochschulen und Universitäten zu verbessern. Das soll in einem „Kodex für gute Arbeit“ festgelegt werden, auf den sich CDU und Grüne im Koalitionsvertrag verständigt hatten.

„Klar ist, dass es keine Exzellenz ohne faire Arbeitsbedingungen an den Hochschulen gibt“, heißt es im Koalitionsvertrag. Der Anteil von Kurzzeit- und Kettenbefristungen solle deshalb „so weit wie möglich begrenzt“ werden.

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