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Ehemalige Gebäude der Neurologie soll vorübergehend für die Pflege von Patienten eingerichtet werden.

Organisation

Separate Abteilungen für Corona-Infizierte

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Frankfurter Uniklinik und Kliniken in Darmstadt richten Spezial-Gebäude ein und schaffen Platz für Covid-19-Patienten. Auch Wiesbaden bereitet sich vor.

Die Frankfurter Uniklinik räumt das Haus 23 frei. Darmstadt reaktiviert ein stillgelegtes Klinikgebäude im Stadtteil Eberstadt: Die Vorkehrungen für die steigende Zahl von Corona-Patienten sind im vollen Gang. Das Land hat sechs große Krankenhäuser benannt, die sich schwerpunktmäßig um Covid-19-Patienten kümmern sollen und die Arbeit mit den kleineren Häusern in ihrer Region koordinieren. Im Rhein-Main-Gebiet sind das die Uniklinik Frankfurt, das Klinikum Darmstadt und die Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden. Die anderen drei sind die Kliniken Kassel, Fulda sowie die Uniklinik Gießen-Marburg. Noch ist die Zahl der stationär Behandelten überschaubar. „Die genauen Zahlen wissen nur die Gesundheitsämter“, lautet die Auskunft von Susanne Berlinghoff vom hessischen Sozialministerium. „Es sind eher wenige.“ In Darmstadt werden beispielsweise zwei Infizierte intensivmedizinisch betreut.

Berlinghoff zufolge stehen in Hessen Kliniken derzeit 1400 Beatmungsgeräte bereit. Es gibt 1815 Intensivbetten, von denen ein Drittel in Gebrauch ist. Im Wesentlichen durch Patienten die einen Schlaganfall hatten, einen Unfall oder eine Hirnschädigung. Die Kapazitäten sollen landesweit steigen. Dazu hat das Land Hessen einen Planungsstab unter Leitung von Jürgen Graf eingerichtet, den Ärztlichen Direktor der Uniklinik Frankfurt. Auch der niedergelassene Bereich ist involviert.

Die Uniklinik Frankfurt hat damit begonnen, zwei getrennte Klinikbereiche einzurichten, um Covid-19-Patienten weitestgehend von nichtinfizierten Personen zu trennen. Die üblicherweise im Hauptgebäude Haus 23 ansässigen Fachgebiete ziehen in der nächsten Woche in umliegende Gebäuden um. „Es handelt sich um eine in der Geschichte unseres Hauses einmalige Umstrukturierung“, sagt Graf.

Corona-Pandemie: Klinikum Darmstadt als Bindeglied

Im Darmstädter Stadtteil Eberstadt wird derzeit ein Gebäude der früheren Neurologischen Klinik auf dem ehemaligen Gelände des städtischen Klinikums als Interimseinrichtung für die Pflege von Patienten eingerichtet. Auf diese Weise sollen Bettenkapazitäten in den Darmstädter Kliniken und der Region für Corona-Patienten bereitgehalten werden.

Stadtsprecher Klaus Honold sprach am Mittwoch von einer „Einrichtung zur Patientenpflege“ mit rund 80 Betten. In den vergangenen Tagen seien mehrere Immobilien – darunter auch ein Hotel – inspiziert worden. Letztlich habe man sich aber für das ehemalige Klinikgebäude in Eberstadt entschieden, das bereits mit Klinikbetten ausgestattet worden sei. Die Betten haben das Klinikum, das Alice-Hospital, das Elisabethenstift und die Pflegeeinrichtung Agaplesion Heimathaus gespendet. Auch die Strom-, Wasser- und Sauerstoffversorgung funktioniere bereits. Honold zufolge könnten notfalls auch zwei Geschosse des geschlossenen Marienhospitals, das seit Mitte vorigen Jahres saniert und umgebaut wird, kurzfristig wieder für den Klinikbetrieb genutzt werden.

Das Klinikum Darmstadt als koordinierendes Haus fungiert nach Auskunft von Kliniksprecherin Eva Bredow-Cordier als „Bindeglied zwischen dem Planungsstab des Landes und den Krankenhäusern in Südhessen“. Die Geschäftsführung des Klinikums gehe derzeit davon aus, dass für die Unterbringung von medizinisch zu behandelnden Patienten, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind, die bestehenden Kliniken in Südhessen ausreichen. Die Reaktivierung weiterer leerstehender Häuser sei daher nicht vorgesehen.

HSK Wiesbaden: Zentraler Einlass-Counter

Die Wiesbadener Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) nahmen am Mittwoch einen zentraler Einlass-Counter im Foyer in Betrieb. „Ziel ist es, die Patientenströme frühzeitig zu trennen und schon am Eingang Patienten mit Atemwegsinfekten zu separieren und auf abgetrenntem Weg auf unsere Infektionsstation zu leiten“, sagte Ralf Kiesslich, Ärztlicher Direktor. Die HSK haben angekündigt, dass die Zahl der Beatmungsplätze in den Kliniken der Stadt sich insgesamt auf 191 verdoppeln soll. Für die Nachbetreuung stehen 500 Betten der Reha-Kliniken der Median-Gruppe bereit.

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