1. Startseite
  2. Rhein-Main

Sensoren warnen vor Starkregen

Erstellt:

Kommentare

liederbach Gemeinde initiiert mit Partnern Pilotprojekt im Feld und am Bach

An den 14. August 2020 denken die Menschen in Bad Soden, Kelkheim und Liederbach mit Schrecken zurück. Es gab ein schlimmes Ereignis, das ausnahmsweise nichts mit Corona zu tun hatte. Ein Starkregen über diesem Teil des Kreises sorgte für Überschwemmungen in den Orten, der Liederbach sprang über die Ufer. In Liederbach schoss das Wasser auch über den harten Feldboden in die Gemeinde, floss durch Alt-Niederhofheim, in Privathäuser und Gebäude wie die DRK-Seniorenbegegnungsstätte oder das Gasthaus Rudolph.

Seitdem wird nicht nur in Liederbach viel über den Hochwasser- und Starkregenschutz diskutiert. Das Thema ist ein fester Programmpunkt im Bauausschuss geworden. Eine Informationsveranstaltung soll es bald geben, eine Studie des Abwasserverbandes zum Bach soll weitere Anhaltspunkte liefern. Kleine Maßnahmen wurden zudem bereits umgesetzt, zum Beispiel der Bach frei geschnitten und der Durchfluss an der Brücke in Niederhofheim verbessert. Zuletzt hat die Kommune größere Wasserabläufe in der Kreuzung In den Eichen/Wachenheimer Straße einbauen lassen. So etwas sei auch in Alt Niederhofheim, an der Straße Braubach und der Staufenstraße geplant, kündigte Bürgermeisterin Eva Söllner an.

Zudem berichtete sie von einem Pilotprojekt, das die Gemeinde initiiert hat. Ein Warnsystem soll über die Niederschlagsmengen informieren und damit die Nachbarkommunen Kelkheim und Liederbach früher warnen und besser schützen, so Söllner. Diese Starkregensensoren wurden nun im Schmiehbachtal zwischen den Orten zum großen Teil bereits installiert. Im Zuge der Digitalisierung setzt die Kommune mit den Firmen Okeanos Smart Data Solutions GmbH, Nivus GmbH, der Mainova und mit Unterstützung der Stadt Kelkheim das Projekt um.

Die Sensoren wurden auf Schilder-Pfosten montiert, um dort den Regen zu "erkennen" und die Daten digital an eine Plattform zu übermitteln. Die Stromversorgung erfolgt über ein kleines Solarpanel, so dass die Installation autark arbeiten kann. Die so gewonnenen Daten werden durch die Firma Okeanos für hydrologische Modelle verwertet, um so zukünftig Prognosen treffen zu können. In einem weiteren Schritt ist laut Gemeinde angedacht, die Datenlage zu nutzen, "um Alarmierungsszenarien zu aktivieren". Hierfür wurden bereits als Ergänzung drei Pegelstandsensoren im Verlauf des Liederbaches montiert. Von den acht geplanten Starkregensensoren sind zudem fünf installiert, auch ein weiterer Pegelsensor am Bach ist noch geplant. Die Datenplattform steht bereit, die Parameter werden eingespielt, die Daten erfasst. Als nächste Schritte kündigt die Gemeindeverwaltung die finale Sensorinstallation sowie das kontinuierliche Erfassen und Visualisieren der Messdaten an.

Auch interessant

Kommentare