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Jubel und Verzweiflung lagen bei so manchem Spiel, hier beim Bauspiel „Menara“, nah beieinander.

Gesellschaftsspiele

Mitspieler sind in Seligenstadt rasch gefunden

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Großer Besucherandrang herrscht bei  der achten Auflage der Spieltage S(pi)eligenstadt. 

Mensch-ärgere-dich-nicht‘ geht immer“, sagt Claus Ost. „Solche Klassiker sind einfach gefragt.“ Dabei stehen 894 Brett-, Würfel-, Karten- oder Geschicklichkeitsspiele zur Auswahl im evangelischen Gemeindezentrum. „Es sind inzwischen sogar über 900 Spiele, ein paar Kartenspiele sind dazu gekommen“, sagt der Gemeindepädagoge.

Vier Tage, von Donnerstag bis Sonntag, drehte sich alles um Gesellschaftsspiele bei der achten Auflage von „S(pi)eligenstadt“. Das städtische Kinder- und Jugendbüro, der Bund der Deutschen Katholischen Jugend Seligenstadt, die Katholische Jugendzentrale Offenbach-Land und die Evangelische Kirchengemeinde Seligenstadt und Mainhausen luden zu den Spieletagen ein. Mit großer Resonanz: Am Samstag etwa war es teils so voll, dass manche Besucher wieder umdrehen und zu einem späteren Zeitpunkt wiederkommen mussten. „Wir haben normalerweise rund 2500 Besucher an den vier Tagen, aber in diesem Jahr ist es so voll wie nie“, sagt Ost.

Spielen liege nach wie vor im Trend, sagt Iris Reiß von der Katholischen Jugendzentrale. Ost und sie zählen zu den rund 40 Helfern, die an den vier Tagen im Einsatz sind. Spiele müssen ausgegeben, die Regeln erklärt werden. „Sich dazu setzen und mitspielen, das geht nur selten“, sagt Reiß.

Dafür gibt es aber spezialisierte Helfer und Profis von Spieleverlagen: Die haben Neuheiten von der erst kürzlich abgehaltenen Nürnberger Spielwarenmesse dabei und erklären die Regeln. Bei so manchem Strategiespiel ist das auch dringend nötig, das Spiel „Civilization“ etwa beinhaltet ein umfangreiches Regelwerk. „Das ist halt schön hier, dass einem die Spiele erklärt werden“, sagt Sabrina, die zum zweiten Mal „S(pi)eligenstadt besucht. Ihre Mitspieler Georg und Christoph waren schön öfter dabei und nutzen die Gelegenheit, Neuheiten auszuprobieren. „Außerdem lernt man rasch andere kennen und findet so auch Mitspieler für die Spieleabende zu Hause“, sagt Christoph.

Erklärer von Spieleverlagen führen in die Spiele ein und spielen auch eine Runde mit.

Andrea Falkenberg besucht zum ersten Mal die Spieltage, mit ihrer Sportkollegin Christine Kolb zusammen spielen sie „Imhotep“, ein im alten Ägypten angesiedeltes Strategiespiel. „Man findet hier sofort Mitspieler, das ist wirklich schön“, sagt Falkenberg.

Alle Hände voll zu tun hat Samuel Reiß. Der Dreizehnjährige gibt im Akkord Spiele aus, Ausleiher und Spiel werden genau notiert. „Die letzten Jahre habe ich selbst mitgespielt, dieses mal wollte ich helfen“, sagt er. Ein Großteil der Spiele stammt aus der Sammlung des Initiators Steffen Wallraff und des Spielesammlers Alexander Pax.

Während im evangelischen Gemeindezentrum eine ordentliche Lautstärke herrscht, geht es im nahen katholischen Gegenstück sehr viel leiser zu. Dort werden acht Spieleturniere ausgetragen, etwa für das beliebte Strategiespiel „Siedler von Catan“.

Den schmalen Grad zwischen Ruhe und Hektik mussten die Teilnehmer des deutschlandweiten Puzzlewettbewerbs dagegen am Freitag finden. 60 Puzzle mussten gelöst werden. „Mit insgesamt 37,5 Minuten haben wir uns immerhin um sieben Minuten gegenüber dem Vorjahr verbessert“, sagt Ost.

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