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„Seenplatte“ kann sich wieder sehen lassen

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Die beiden Forst-Mitarbeiter Cedric Ihlefeld und Stefan Schrobel haben bei der Aktion an den Weihern kräftig mitangepackt. Pieren
Die beiden Forst-Mitarbeiter Cedric Ihlefeld und Stefan Schrobel haben bei der Aktion an den Weihern kräftig mitangepackt. Pieren © Matthias Pieren

Stadtwerke und Helfer vom Bergwaldprojekt räumen am Franzoseneck nachhaltig auf

OBERURSEL - Wohin an diesen schönen, goldenen Herbsttagen? Wer meint, sämtliche fußläufig erreichbaren Flecken im Stadtwald bereits durchquert zu haben, dem sei die sogenannte Stuhlberger Seenplatte am Franzoseneck ans Herz gelegt.

Zwar sind die drei frei zugänglichen Tümpel gewiss kein Geheimtipp mehr. Am Wochenende jedoch lohnt sich ein kleiner Ausflug dorthin mehr denn je.

Bis vor Kurzem waren die Tümpel in ihren Uferbereichen mit Gestrüpp zugewuchert. Es gab kaum Anlass hier eine Rast einzulegen. Doch das hat sich seit dieser Woche maßgeblich geändert. Dank des ehrenamtlichen Arbeitseinsatzes von freiwilligen Helfern aus ganz Deutschland, macht das Kleinod am Franzoseneck einen aufgeräumten Eindruck. Rund um die Weiher haben die Teilnehmer vom Verein „Bergwaldprojekt“ den Uferbereich vom Buschwerk befreit sowie den Baumbestand freigeschnitten und das Areal wieder zugänglich gemacht.

Unterstützt wurden sie dabei von Stadtförster Luis Kriszeleit und seinem Team vom BSO, die mit Motorsägen und schwerem Gerät kräftig und vor allem fachkundig mit Hand angelegt haben.

„Ziel des Arbeitseinsatzes ist es, die ökologische Situation an den Projektstandorten zu verbessern und die Teilnehmenden auch über die Projektwoche hinaus für eine nachhaltige Lebensweise zu sensibilisieren“, teilte Bergwald-Projektleiter Henning Aulich dazu gestern bei einem Ortstermin mit.

Gemeinsam mit den BSO-Mitarbeitern haben die 16 Freiwilligen im neu gestalteten Uferbereich zudem Sitzgelegenheiten geschaffen. Darüber hinaus hat die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald an den Weihern Fledermauskästen aufgehängt.

Unterstützt und finanziert wurde das Projekt, wie bereits andere Arbeitseinsätze in den vergangenen fünf Jahren, von den Stadtwerken Oberursel im Rahmen des Kooperationsprojektes „Lebenswertes Oberursel“. „Mit diesem Projekt wollen wir Nachhaltigkeit vor Ort erlebbar machen“, betonte Julia Antoni, Geschäftsführerin der Stadtwerke.

Der Wald stehe als Wirtschafts-, Natur- und Erholungsraum immer in einem Spannungsfeld, weiß Stadtförster Luis Kriszeleit. „Unser Stadtwald hat für die Bevölkerung vor allem auch einen hohen Erholungswert.“ Infolge der extremen Trockenheit der Jahre 2018 bis 2020 mussten 75 Prozent des gesamten Fichtenbestandes gefällt werden, was einer Gesamtfläche von 19 Prozent des Stadtwaldes entspricht.

„Das bedeutet jedes Jahr einen wirtschaftlichen Verlust von 100 000 Euro“, berichtete BSO-Betriebsleiter Michael Maag. Ganz zu schweigen von dem doch arg mitgenommenen Erscheinungsbild des heimischen Waldes. Damit der eine Zukunft hat, wurden bereits einige Aufforstungsaktionen gestartet. Maag: „Dank des unermüdlichen Einsatzes von Luis Kriszeleit und dessen Team konnten in diesem Jahr insgesamt 16 000 Setzlinge aus Spendengeldern in Höhe von 32 000 Euro aufgeforstet werden.“

Bereits am morgigen Samstag, 9 Uhr, steht die nächste Pflanzaktion auf dem Programm. Wer mitmachen möchte, schickt eine E-Mail mit Name, Telefonnummer und E-Mail-Adresse an lebenswertes-oberurse@stadtwerke-oberursel.de.

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