Hessen

Schulöffnung in Hessen ging glimpflich ab

  • Pitt v. Bebenburg
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In den 14 Tagen Regelbetrieb an den hessischen Grundschulen vor den Ferien traten Infektionen bei vier Lehrkräften auf. Doch die Gewerkschaft GEW warnt: Erst in 14 Tagen ist auch die Inkubationszeit vorüber

In den beiden Wochen vor den Sommerferien, in denen die Grundschulen wieder regulär Unterricht angeboten haben, gab es keine erkennbare Häufung von Corona-Fällen. Das hat das Kultusministerium auf Anfrage der Frankfurter Rundschau am Montag mitgeteilt.

Die 14 Tage im Regelbetrieb hätten „trotz vieler Ängste, die wir nach wie vor ernst nehmen, nicht zu einer erhöhten Rate von Schulschließungen und erkrankten Lehrkräften geführt“, sagte Philipp Bender, ein Sprecher des Ministeriums. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wies darauf hin, dass eine Beurteilung erst nach weiteren zwei Wochen möglich sei, da die Inkubationszeit von Covid-19 zehn bis 14 Tage betrage.

Nach Auskunft des Ministeriums sind seit Beginn der Corona-Pandemie im März insgesamt 68 Infektionen von Lehrkräften oder anderen Beschäftigten der Schulverwaltung bestätigt worden. Dabei habe es sich um 56 Lehrerinnen und Lehrer, vier Verwaltungskräfte an Schulen sowie um acht Beschäftigte der Schulämter gehandelt. Lediglich bei vier der Lehrkräfte sei die Infektion in den vergangenen zwei Wochen aufgetreten.

Sprecher Bender sagte, das Ministerium führe keine Statistik über Infektionen von Schülerinnen und Schülern, da die örtlichen Gesundheitsämter für die Kontrolle zuständig seien. Es habe aber „in 14 Tagen keine nennenswerten Zwischenfälle gegeben, bei denen Kinder sich untereinander infiziert haben“.

Vier Schulen schlossen

Vier vorübergehende Schulschließungen seien in Hessen innerhalb der zwei Wochen vor den Ferien angeordnet worden, berichtete der Sprecher. Betroffen gewesen seien drei Grundschulen und eine berufliche Schule: die August-Jaspert-Schule in Frankfurt, die Grundschule Am Königstor in Kassel, die Grundschule in Biebergemünd-Wirtheim (Main-Kinzig-Kreis) sowie die Otto-Hahn-Schule in Frankfurt. In den Wochen zuvor, als die Schulen wegen Corona nur teilweise Präsenzunterricht hatten, seien es insgesamt 45 Schulschließungen in Hessen gewesen.

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hatte gemeinsam mit dem Corona-Kabinett der schwarz-grünen Landesregierung entschieden, den weitgehenden Regelbetrieb an den Grundschulen in den beiden Wochen vor den Ferien zu ermöglichen. Allerdings durften Eltern ihre Kinder vom Präsenzunterricht abmelden. Diese Jungen und Mädchen wurden per Fernunterricht beschult.

Die hessische Landesvorsitzende der GEW, Birgit Koch, sagte der FR am Montag, davon sei an einigen Schulen stark Gebrauch gemacht worden. „In manchen Klassen ist nur die Hälfte erschienen“, berichtete sie. Sie erwartet, dass auch nach den Ferien „letztlich die Eltern entscheiden“, wie weit regulärer Unterricht möglich ist.

Die Kinder, die daheim blieben, sollten online unterrichtet werden. Dies hänge allerdings davon ab, dass Familien über funktionierendes WLAN und ein Endgerät verfügten, schilderte Koch. Ihre Gewerkschaft schätze, dass 20 bis 25 Prozent der Kinder zu Hause „nicht erreicht“ worden seien. „Das ist schlimm“, fügte sie hinzu. Die GEW verlangt daher einen „Plan B“ vom Kultusministerium, mit dem sich Lehrkräfte auf Homeschooling nach den Ferien vorbereiten können, sofern kein Präsenzunterricht für alle möglich wird.

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