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Schulen in Hessen: Hilfe bei Stress und Mobbing

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Die Schülervertretung fordert deutlich mehr Schulpsychologen in Hessen.

Mobbing und Stress bereiten vielen Schülerinnen und Schülern psychische Probleme. Darauf hat die Landesschülervertretung (LSV) Hessen am Montag in Wiesbaden hingewiesen und den Einsatz von deutlich mehr Fachkräften gefordert.

Derzeit seien jeder Schulpsychologe und jede Schulpsychologin rechnerisch für 6000 Schülerinnen und Schüler zuständig, berichtete Landesschulsprecherin Lou-Marleen Appuhn. Zudem müssten sie sich um Lehrkräfte kümmern, die an Depressionen oder Burnout litten. „Jede Schule sollte mindestens über eine Schulpsychologin verfügen“, forderte Jessica Pilz von der Hanauer Schülervertretung.

Das Kultusministerium bestätigte auf Anfrage, dass die Bedeutung von Schulpsychologie wachse. Deswegen habe man die Zahl der Stellen in den vergangenen Jahren auf 114 erhöht, sagte Sprecher Stefan Löwer. Zudem sollten die Psychologen, die in den Staatlichen Schulämtern sitzen, öfter direkt an die Schulen gehen. Es stehe aber noch nicht genau fest, wie dieser Plan umgesetzt werden solle. Psychische Probleme sind nach Beobachtungen der LSV weit verbreitet. „Jeder von uns hat mindestens einen Freund oder eine Freundin, die in stationärer Behandlung waren“, berichtete Appuhn. Häufig gehe es um Depressionen oder Essstörungen.

Thema im Bio-Unterricht

Wichtig sei, dass psychische Erkrankungen anerkannt und behandelt würden. Sie dürften in der Schule kein Tabu sein, forderte Lena Gaidis vom Stadtschülerrat Gießen. Die Schülerinnen von der LSV fordern etwa, dass sich der Biologieunterricht der Frage „Wie bleibe ich psychisch gesund?“ zuwenden solle.

Manche psychischen Erkrankungen hängen nach Einschätzung der Schülervertreterinnen mit Erlebnissen in der Schule zusammen. So habe ein großer Teil der Schülerinnen und Schüler Erfahrungen mit Mobbing oder Cybermobbing gemacht, die belastend in Erinnerung blieben.

Bei einer LSV-Umfrage unter gut 50 000 Schülerinnen und Schülern hatte sich gezeigt, dass mehr als ein Viertel der Befragten Mobbingopfer geworden waren. Daraufhin hatte sich die LSV intensiv mit dem Thema beschäftigt, zuletzt bei einer Tagung mit Fachleuten in Gießen. Daraus sind ihre Forderungen entstanden.

Die Flörsheimer Schülerin Sanae Bouyoumad beklagte „ein zu großes Pensum an Hausaufgabe und Leistungsnachweisen“. Das führe zu Schlafstörungen und könne sogar ein Burnout-Syndrom bewirken. Die Schülervertretung spricht sich ohnehin gegen Hausaufgaben aus, weil sie die Schülerinnen und Schüler benachteiligten, die keine Hilfe vom Elternhaus erhalten. Stattdessen solle es Räume für gemeinschaftliches Lernen in den Schulen geben, schlug Bouyoumad vor.

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