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2025 werden bundesweit mehr als 26.000 Grundschullehrer fehlen. 

Schule in Hessen

In Hessen fehlen in zwei Jahren 1450 Grundschullehrer

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Die Lehrergewerkschaft GEW errechnet aus der Studie der Bertelsmann-Stiftung die Zahlen für Hessen. 

In Hessen werden in den nächsten Schuljahren zahlreiche zusätzliche Grundschullehrkräfte gebraucht. Sind es im Schuljahr 2020/21 knapp 800, steigt der Bedarf an zusätzlichen Pädagogen im Schuljahr 2022/23 sogar auf 1450. Im Schuljahr 2024/25 fehlen dann knapp 900 Pädagogen.

Die Zahlen ergeben sich aus der Studie, die die Bildungsforscher Klaus Klemm und Dirk Zorn im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung Anfang vergangener Woche vorgelegt hatten. Kai Eicker-Wolf, Referent der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Hessen, hat auf deren Basis den Lehrkräftemangel für Hessen errechnet.

Er legt dabei die zu erwartende Bevölkerungsentwicklung zugrunde. Im Unterschied zur Prognose der Kultusministerkonferenz (KMK) gehen Klemm und Zorn dabei von wesentlich höheren Zahlen aus. So liegt die Zahl der Kinder im schulpflichtigen Alter zwischen sechs und zehn Jahren den neuesten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zufolge im Jahr 2025 um etwa 13 000 über der bisherigen Prognose. Knapp 250.000 Jungen und Mädchen werden dann voraussichtlich in Hessen eine Grundschule besuchen. Demzufolge würden auch mehr Lehrkräfte benötigt. Die Kultusministerkonferenz ging noch von 237.000 Kindern aus.

Eicker-Wolf fordert die Landesregierung auf, Grundschullehrer wie die Pädagogen an anderen Schulformen zu bezahlen, sie also um eine Besoldungsgruppe auf A13 anzuheben. Sieben Bundesländer hätten dies bereits getan oder zumindest angekündigt. Folge Hessen dem nicht, gerate es ins Hintertreffen. Zudem müssten noch mehr Studienplätze geschaffen und die Qualifizierung von Quer- und Seiteneinsteigern ausgebaut werden.

Die Bertelsmann-Stiftung hatte Anfang der Woche Zahlen veröffentlicht, wonach im Jahr 2025 bundesweit mindestens 26.000 Grundschullehrkräfte fehlen werden. Das Hessische Kultusministerium hatte auf Anfrage keine konkreten Zahlen mitgeteilt. „Das Besetzungsverfahren dauert bis zu den Herbstferien, Wasserstandsmeldungen geben wir nicht“, teilte ein Ministeriumssprecher mit.

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