Antisemitismus

Schule äußert sich in Anzeige

Nach einem mutmaßlich antisemitischen Zwischenfall auf einer Schulfahrt hat sich die betroffene Schule mit einer Zeitungsanzeige geäußert.

„Wir sind tief betroffen über den furchtbaren Hass, der in dem Text eines antisemitischen Liedes zum Ausdruck kam, das von Schülerinnen und Schülern unserer Schule ausgerechnet nach dem Besuch der KZ-Gedenkstätte Buchenwald gehört wurde“, schrieb die Theo-Koch-Schule im mittelhessischen Grünberg. 

Mitte Oktober sollen mehrere Schüler des 9. Jahrgangs auf der Rückfahrt vom Besuch der Gedenkstätte in Thüringen antisemitische Lieder abgespielt und mitgesungen haben. Die Schulleitung hatte den Vorfall daraufhin bei der Polizei angezeigt, die Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung einleitete. Es werde weiterhin gegen vier Schüler ermittelt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen am Montag. Die Schule selbst erklärte laut einem Bericht des „Gießener Anzeigers“, gegen die Jugendlichen schulische Maßnahmen verhängt zu haben.

Auch der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Uwe Becker, hatte sich eingeschaltet. Er traf sich vergangene Woche mit der Schulleitung der Theo-Koch-Schule. „Bei allem Entsetzen über das Abspielen judenfeindlicher Lieder durch vier Schüler der Theo-Koch-Schule auf dem Rückweg vom Besuch der KZ-Gedenkstätte Buchenwald überwiegt nach dem Gespräch meine Überzeugung, dass die Schule in vorbildlicher Weise auf den antisemitischen Vorfall reagiert hat“, erklärte er. (dpa)

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