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Bei der Schulbildung ist Hessen tausendfach gescheitert

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Kein Kind zurücklassen: Das muss der Anspruch sein

Genau 3013 Jugendliche ohne Schulabschluss sind genau 3013 Jugendliche zu viel. Auch wenn Hessen unter den Bundesländern damit vergleichsweise gut dasteht, ist das Land mit seinen Bildungsbemühungen offenkundig tausendfach gescheitert.

Die frühere Kultusministerin Karin Wolff hatte gut daran getan, Vorlaufkurse für jene einzuführen, die aufgrund sprachlicher Defizite Schwierigkeiten gehabt hätten, in der Grundschule mitzukommen. Auch wenn ihr Motto „Nur wer Deutsch kann, kommt in die Schule“ heftige Kritik hervorrief. Und es ist auch richtig, diese Vorlaufkurse nun verpflichtend zu machen. Genauso richtig und wichtig ist es, den Deutschunterricht in der Grundschule auszuweiten.

Da ist es umso erstaunlicher, dass die in der Landesregierung offensichtlich vorhandene Erkenntnis von der Bedeutung der Sprachkompetenz für den Schulerfolg im weiteren Verlauf der Schulkarriere keine so zentrale Rolle mehr zu spielen scheint. Gerade die große Zahl an Seiteneinsteigern, die als Flüchtlinge oder Migranten in das hessische Schulsystem zu integrieren waren und sind, leiden darunter. Sie brauchen mehr Förderung und Begleitung, als sie zurzeit erhalten. Der Anstieg der Quote ist dafür ein deutliches Signal.

Kein Kind zurücklassen – das ist ein hoher Anspruch. Es ist aller Anstrengungen wert, ihn einzulösen.

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