Bildung

Schüler sollen Medienkompetenz lernen

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Das Programm sieht auch eine digitale Ausstattung von Schulen vor. Der Bund zahlt 75 Prozent, Land und Kommunen je 12,5 Prozent.

Alle Schulen in Hessen sollen ein Konzept entwickeln, um Schülerinnen und Schüler zu einem verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu erziehen. Bisher verfüge die Hälfte der Schulen über solche Konzepte, berichtete Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Montag bei der Vorstellung des Programms „Digitale Schule Hessen“ in der Wiesbadener Staatskanzlei.

„Die Schulen, die noch keine Konzepte haben, müssen eins erarbeiten“, sagte Lorz bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), Digitalministerin Kristina Sinemus (parteilos) und Finanzminister Thomas Schäfer (CDU). Unterstützt werden sollen Lehrkräfte und Schulleitungen durch eine „Servicestelle für verantwortungsvolle Mediennutzung“ im Kultusministerium.

Auch Ministerpräsident Bouffier betonte, die Landesregierung wolle „Medienkompetenz und pädagogische Konzepte in den Mittelpunkt“ stellen. Dafür sollen Lehrkräfte fort- und weitergebildet werden.

Das Programm enthält aber auch technische Vorhaben, um mehr Schulen mit einer schnellen Verbindung ans Internet und mit digitalen Geräten zu versorgen. Ministerin Sinemus berichtete, vor zwei Jahren seien rund 200 der 2000 hessischen Schulen mit schnellem Internet ausgestattet gewesen. Seither hätten rund 1250 Schulen Anträge gestellt, von denen 700 bewilligt worden seien. Derzeit lägen keine Zahlen vor, wie viele davon bereits den Anschluss erhalten hätten.

Die Ausstattung mit digitalen Medien enthält etwa Klassensätze von Tablets oder interaktive Tafeln, die „Whiteboards“ genannt werden. Man mache „bewusst kein Programm nach dem Motto ,Jedem Schüler ein Tablet‘“, hob Minister Lorz hervor.

Für das gesamte Digitalprogramm sind Ausgaben von knapp 500 Millionen Euro innerhalb von fünf Jahren geplant. Der Löwenanteil stammt vom Bund. Aus dem Digitalpakt, den er mit den Ländern geschlossen hatte, fließen gut 370 Millionen Euro nach Hessen. Jeweils weitere 60 Millionen Euro sollen das Land und die Kommunen hinzugeben. Zudem müssen die Kommunen die Wartung und Aktualisierung der Geräte übernehmen

In anderen Bundesländern müssen die Städte und Landkreise lediglich zehn Prozent hinzugeben, während es in Hessen 12,5 Prozent sind. Dafür fließt in Hessen Geld aus dem Landesbudget in das Programm, während es in anderen Bundesländern nur aus dem Geld von Bund und Kommunen bezahlt wird. „Mir ist nicht bekannt, dass irgendein Land eine ähnliche Anstrengung unternimmt“, sagte Ministerpräsident Bouffier.

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