+
Philipp Gutbrod zeigt Ines Tolle-Ersü auf einem Kinder-Stadtplan ein Modell des Hochzeitsturms.

Darmstadt

Schüler entdecken mit Schwan „Mathilda“ die Mathildenhöhe

  • schließen

Ein neues pädagogisches Projekt im Rahmen der Unesco-Welterbe-Bewerbung soll Kindern die kulturelle Bedeutung der Darmstädter „Stadtkrone“ vermitteln.

Wir haben viel Neues gelernt.“ „Die Geschichte der Künstlerhäuser wurde uns erzählt.“ „Und wir haben uns auch über den Jugendstil unterhalten“. Einige Grundschüler der Klasse 4b der Elly Heuss-Knapp-Schule konnte man am Donnerstagvormittag kaum bremsen, als sie danach befragt wurden, was sie so alles bei ihrem Besuch auf der Mathildenhöhe und im Museum Künstlerkolonie am Morgen erlebt hatten. Die neun- und zehnjährigen Schülerinnen und Schüler konnten im Rahmen eines neuen museumspädagogischen Projekts des Instituts Mathildenhöhe auch den Hochzeitsturm und einen kleinen Schwanentempel neben der Russischen Kapelle besichtigen.

Das vom Institut Mathildenhöhe im Rahmen der Unesco-Welterbebewerbung initiierte Schulprojekt „Mathildas Reise“ wurde durch eine finanzielle Unterstützung des in Darmstadt ansässigen Bildverarbeitungsunternehmens Isra Vision möglich. Die Schüler sollen mit Hilfe von Gegenständen, die in einem vom Mannheimer Industriedesigner Wolfgang Fabian gestalteten Koffer verstaut sind, beispielsweise lernen, welche herausragende Bedeutung die Darmstädter „Stadtkrone“ für die Geschichte der Architektur und des Designs hat. Institutsdirektor Philipp Gutbrod sagte bei der Vorstellung des Projekts, Intention sei es, „ein Bewusstsein für den schützenswerten Ort Mathildenhöhe im Klassenzimmer und vor Ort zu wecken und spielerisch zu vermitteln“. Entwickelt wurde das Vermittlungskonzept in Zusammenarbeit mit der Kunstpädagogin Kerstin Weinberger.

Bereits in der vorigen Woche hatte Sandra Bornemann-Quecke, die als Kuratorin am Institut Mathildenhöhe tätig ist, die Schule besucht und mit den Schülern den Koffer geöffnet. Darin befinden sich auch ein Modell des Hochzeitsturms, eine im Jugendstil gestaltete Keksdose sowie Keramikfliesen. Anhand eines kindgerechten Stadtplans, der wie ein Teppich auf den Boden gelegt werden kann, können sich die Schüler ein Bild machen, wo sich der Hochzeitsturm, der Platanenhain, die Russische Kapelle oder die Künstlerhäuser befinden.

Ein Fach in dem Koffer ist auch für Schwan „Mathilda“ reserviert, der die Kinder bei ihrer Erkundungstour über die Mathildenhöhe begleitet. Die Abbildung von Schwänen können die Kinder auch am „Keramischen Tempel“ entdecken, der 1914 von Albin Müller für die letzte Ausstellung der Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe entworfen wurde, der sich in der Nähe der Russischen Kapelle befindet und einst eine am dortigen Hang angelegte Gartenanlage überragte.

Institutsdirektor Gutbrod hält es für „außerordentlich wichtig, dass jede Schülerin und jeder Schüler in Darmstadt von der Bedeutung der Mathildenhöhe erfährt und sich von diesem Wissen auf dem weiteren Lebensweg inspirieren lässt“.

Lehrer von Grundschulklassen, die auch an dem Projekt teilnehmen möchten, können sich an das Institut Mathildenhöhe in Darmstadt, Olbrichweg 15, Telefon: 0 61 51/132 778, E-Mail: mathildenhoehe@darmstadt.de, wenden.

Programm für Kinder

Jeden ersten Sonntag im Monat beginnen um 15 Uhr Führungen für Kinder durch das Museum Künstlerkolonie, Olbrichweg 13 a. Kosten: drei Euro. 

Im Museum Künstlerkolonie wird die Dauerausstellung „Raumkunst – made in Darmstadt“ gezeigt. Vom 29. Juni bis 15. September sind während des Festivals „100 Jahre Darmstädter Sezession“ Werke von Sezessionskünstlern zu sehen. Vom 30. Juni bis 20. Oktober wird die Sonderausstellung „Künstlerhaus – Meisterhaus – Meisterbau“ im Rahmen des 100-Jahre-Bauhaus-Jubiläums im Museum präsentiert, das dienstags bis sonntags (auch Fronleichnam) von 11 bis 18 Uhr geöffnet ist. www.mathildenhoehe.eu

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare