Auf Schritt und Tritt - Einkehr auf pfälzisch

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Genuss pur: Von den Geiersteinen bietet sich ein herrlicher Ausblick. Bei der geführten Tour gibt es viele Infos und natürlich werden Keschde gesammelt. Diese sorgen im Herbst für besondere Leckereien.
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Der Herbst steht im Pfälzerwald im Zeichen der Esskastanie - lehrreich bei einer geführten Wanderung oder kulinarisch in der Pfälzer Küche.

Ein Tag im Goldenen Oktober: Im Gänsemarsch geht es bei der sogenannten „Keschdewanderung“ den Aufstieg zu den Geiersteinen bei Lug hinauf. Keschde heißen die Esskastanien in der Pfalz. Roland Herrmann, ein 1952 geborener eingefleischter Südpfälzer, hat zuvor die Teilnehmer begrüßt und erläutert, wie die gemeinsame Tour abläuft. Der offizielle Weg – „unverlaufbar“ gut markiert – ist mit fünfeinhalb Kilometern eine eher kürzere Premiumroute. 

"Keschde gehören im Spätjahr in der Küche dazu. Wir kochen frisch. Bei uns wird nichts Gefrorenes aufgewärmt." Sylvia Keller, Chefin im Hotel „Hauensteiner Hof“ mit dem Café-Restaurant Dorfstübel.

Die Schönheit des Pfälzerwaldes, gewaltige Buntsandsteinfelsen und eindrucksvolle Ausblicke sorgen das ganze Jahr über für Abwechslung. Mit Roland Herrmann, der regelmäßig Gruppen führt, braucht man etwas länger als die angegebenen zwei Stunden. Zum einen kennt er die Region wie seine Westentasche und weicht deshalb auch mal auf nicht markierte Pfade aus. Zum anderen erzählt er bei verschiedenen Stopps Interessantes zur Region und den hier lebenden Menschen. 

Und im Herbst dauert die Tour aus einem weiteren Grund noch ein bisschen länger: Beim Sammeln der Keschde vergeht nämlich die Zeit, ohne dass man es bemerkt. Zudem zaubert der Wanderführer noch eine Überraschung aus seinem Rucksack. Jeder, der möchte, bekommt einen Schluck Keschdelikör zum Probieren. Dabei erfährt man, dass der mediterrane Baum um 400 vor Christus mit den Griechen zunächst bis in die Region des heutigen Marseille und dann längs der Handelsrouten nach Süddeutschland gekommen ist. Im Pfälzerwald ist die Esskastanie mittlerweile heimisch. Für den Forst gilt sie sogar als Zukunftsbaum, denn sie liebt Licht und keine Staunässe und dürfte deshalb mit der Klimaerwärmung weniger Probleme haben. 

"Keschdesaumagen gibt es nicht in Dosen. Dieser Genuss muss saisonal bleiben, damit man sich darauf freuen kann." Christoph Hanß, Metzgermeister aus Hauenstein.

„Wer möchte, kann sich mit mir noch bei der Keschdewoche in Hauenstein mit Spezialitäten stärken. Dies ist aber jedem freigestellt“, heißt es am Ende der Tour. Fast alle sind mit von der Partie. Kein Wunder, verlängert sich doch so das Erlebnis von Pfälzer Gemütlich- und Geselligkeit. Und die Keschde bleiben dabei im Mittelpunkt – als Keschdesaumagen oder -bratwürste, als Keschdesuppe oder -gemüse. Auf den Speisekarten in der Gastronomie findet man aber auch mit Keschde gefüllte Rouladen und viele weitere Leckereien, die in der Pfalz den Oktober „vergolden“.

"Die mit faszinierenden Felsen gesegnete Landschaft des Wasgau vermittelt eine absolute Ruhe." Roland Herrmann, Wanderführer.

Mehr Infos unter www.pfalz.de/wandermenue-magazin

Weitere Tourenvorschläge in der Region: der Hauensteiner Schusterpfad (Top 5 bei der diesjährigen Wahl „Deutschlands Schönster Wanderweg 2020“ in der Kategorie Halb-/Tagestouren) und der Dimbacher Buntsandstein Höhenweg.

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