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Die Tiere des Kinder- und Jugendzirkus haben Hunger. Doch es gibt kaum Einnahmen.
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Die Tiere des Kinder- und Jugendzirkus haben Hunger. Doch es gibt kaum Einnahmen.

Neu-Isenburg

Schokohasen sollen kleinen Artisten helfen

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Aufgrund der Pandemie ist der Neu-Isenburger Mitmachzirkus Wannabe in finanziellen Schwierigkeiten. Die Idee eines Ehepaars soll nun Geld einbringen.

Ostern ist vorbei – und in manchen Haushalten oder Büros stapeln sich die Schokoladeneier und Schoko-Osterhasen. Bevor der Sommer kommt und diese Süßigkeiten alt und immer älter werden, können sie in Neu-Isenburg Gutes tun. Wer Schokohase & Co. spendet, kann indirekt den Neu-Isenburger Kinder- und Jugendzirkus Wannabe unterstützen, der gerade finanziell gewaltig in der Klemme steckt. Covid-19 hat die Einnahmen des Mitmachzirkus wegbrechen lassen.

FDP-Fraktionschef Thilo Seipel isst so gut wie keine Süßigkeiten, hat aber einige Schokohasen geschenkt bekommen. Er und seine Frau Inga Mielmann-Seipel hatten deshalb die Idee, original verpackte österliche Schoko-Leckereien zu sammeln, einzuschmelzen und daraus Brownies zu backen. Gegen eine Spende für den Kinderzirkus Wannabe können diese Brownies dann an zwei bis drei Samstagen auf dem Wochenmarkt erstanden werden.

Das Ehepaar hat einen Aufruf in den sozialen Medien gestartet und vor seinem Haus an der Körnerstraße 32 eine Box aufgestellt, in die jeder seine übrig gebliebenen Oster-Leckereien legen kann. Bei größeren Mengen wird die Schokolade auch abgeholt. Die Aktion wurde am Mittwoch gestartet und ist schon auf Resonanz gestoßen: „Der ReWe-Markt im Ortsteil Gravenbruch hat spontan drei Paletten Schokohasen gespendet“, so Seipel.

Der Kinder- und Jugendzirkus Wannabe, der als Verein organisiert ist, hat diese Hilfe bitter nötig. Einnahmen fehlen, weil coronabedingt Auftritte nicht möglich sind, lukrative Geburtstagsfeiern nicht ausgerichtet werden können, Kindergärten und Schulklassen nicht mehr vorbeikommen. „Wegen der Angst vor Corona kommt uns nur noch eine Einrichtung besuchen, obwohl wir vorgeschlagen haben, dass wir uns testen lassen“, sagt die Vereinsvorsitzende Elfi Elliot. „Wir haben jetzt nur noch die Mitgliedsbeiträge.“

Zu allem Überfluss sind auch noch zahlreiche Mitglieder ausgetreten, „weil es uns Corona unmöglich macht, dass wir offen haben“. Außerdem könnten sich einige Eltern den Mitgliedsbeitrag für ihren Sprössling nicht mehr leisten, weil sie in Kurzarbeit sind, so Elliot. Der Verein habe jetzt nur noch 38 Mitglieder, die 30 Euro beziehungsweise 55 Euro zahlen – je nachdem, wie oft die Kinder an Zirkustrainings mit Diabolo, Einrad, Stelzen oder Tuch teilnehmen oder Tiere in den Vereinstreffs erleben, füttern, pflegen und reiten.

Fünf Pferde, zwei Lamas, zwei große und zwei kleine Ziegen, ein Schaf, drei Minischweine sowie Hasen wollen versorgt werden. Allein das Futter kostet monatlich rund 600 Euro. „Die Lamas müssen geschoren werden. Das können wir nicht, ohne dass ein Arzt dabei ist – der natürlich ein Honorar verlangt“, sagt Elliot. Auch für die Klauenpflege bei den Schweinen braucht sie einen Spezialisten, der bezahlt werden will.

Die Baukosten wachsen dem Zirkus ebenfalls über den Kopf. Der Zirkus muss von der sogenannten „Rinderwiese“, auf der er jetzt logiert, auf das Gelände an der Offenbacher Straße nahe des FKK-Vereins Orplid umziehen. Die Stadt braucht die Fläche, um die Mobilitätsstation für die Regionaltangente West zu bauen.

Der Umzug, der schon im Jahr 2019 vorgesehen war, kommt den Zirkus teurer als ursprünglich geplant. „2019 haben wir um die 75 000 Euro verbaut“, sagt Elliot. „Dann kam Corona.“ Trotzdem wurden im Vorjahr nochmals 40 000 Euro in die Hand genommen – und nun fehlt immer noch Geld. Mittlerweile ist der erste Bauabschnitt des Stalls am neuen Platz fertig, aber die Bodenplatten für die Zelte fehlen noch, genauso wie die Umzäunung, der Müllplatz und ein Longierplatz.

Im Sommer will das Ehepaar eine Tierpflegerin einstellen, die auch Kinder betreuen kann. „Mein Mann hat Probleme mit den Beinen“, sagt Elfi Elliot. Das sei „der erste Ansatz, um den Fortbestand des Zirkus zu sichern“. Aber auch dafür ist Geld vonnöten.

Spenden können auf das Konto des Kinder- und Jugendzirkus Wannabe e.V. bei der Sparkasse Langen-Seligenstadt, IBAN: DE17 5065 2124 0045 1152 92, eingezahlt werden.

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