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In Darmstadt zu sehen: Oskar Schlemmers „Triadisches Ballett“.

Tanzplattform

Das Schönste, das Füße tun können

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Die Tanzplattform, das wichtigste Tanzereignis Deutschlands, kommt 2016 ins Rhein-Main-Gebiet. In Frankfurt und Umgebung sind zwölf zeitgenössische Produktionen zu sehen, die als impulsgebend gelten.

Wenn bei der Tanzplattform alle zwei Jahre zeitgenössische Tanzproduktionen aus Deutschland gezeigt werden, gelten diese nicht ohne Grund als impulsgebend für die ganze Szene. Die Tanzszene hat sich hierzulande großartig entwickelt, das internationale Interesse, so resümieren die Organisatoren, sei enorm. 2016 kehrt die Biennale, die auch als „Theatertreffen des Tanzes“ bezeichnet wird, nach Frankfurt zurück – zum zweiten Mal nach 1996, als sie im Mousonturm Station machte. Aus den Kinderschuhen ist sie mittlerweile heraus. Zwar ist der Mousonturm erneut Ausrichter, aber nun der kleinste der Veranstaltungsorte an den „fünf heißesten Tanztagen“. Dank der Kooperationspartner ist die Tanzplattform auch in der Region angekommen, in Bad Homburg, Darmstadt und Offenbach.

Auswahl aus zwölf Stücken

Zwei Jahre lang hat eine Fachjury mehr als 200 aktuelle Produktionen gesichtet und daraus zwölf Stücke ausgewählt, die einen Querschnitt des zeitgenössischen Tanzschaffens bilden sollen. Es sind junge, etablierte und historische Tanzpositionen, alle unterschiedlich, alle sehenswert.
Für alle, die noch ein Weihnachtsgeschenk brauchen, sei der Hinweis gedacht, dass der Vorverkauf begonnen hat und die Karten zwischen 9 und 37 Euro kosten, zu buchen unter www.tanzplattform2016.de. Hier ist auch das ausführliche Programm zu finden.

Not Punk, Pololo

Eröffnet wird am 2.3, mit „Not Punk, Pololo“, einer Produktion des Choreografen-Duos Gintersdorfer/Klaßen. Ihr Bezugspunkt ist Abidjan, die frühere Hauptstadt der Elfenbeinküste und deshalb dreht sich ihre Arbeit auch um den legendären Gangster John Pololo, eine Stilikone für schwere Jungs, der in den 80er Jahren zur Kunstfigur wurde und Eingang in Tanzstilen fand. Auf der Bühne prallen die Pololo-Bewegung, deutscher Punk und queere Clubkultur aufeinander.

2.3. und 3.3., jeweils 20 Uhr, Schauspiel, Frankfurt, Willy-Brandt-Platz.

Triadisches Ballett

Das „Triadische Ballett“, Oskar Schlemmers theatralisches Hauptwerk und Bühnenereignis des 20. Jahrhunderts, ist in der choreografischen Neufassung von Gerhard Bohner zu sehen, die er 1977 schuf. Triadisch meint Dreiklang der Formelemente. Es tanzen jeweils ein bis drei Akteure in 18 Kostümen zwölf Tänze in drei Reihen.

4.3., 20 Uhr, 5.3., 18 Uhr, Staatstheater Darmstadt, Großes Haus, Georg-Büchner-Platz.

Collective Jumps

Mit einem Reigen will die Choreografin Isabelle Schad mit 22 Tänzerinnen und Tänzern die gemeinschaftsbildende Kraft des Tanzes demonstrieren. „Collective Jumps“ zeigt Überlagungen und rhythmische Variationen, es entstehen neue, choreografische Landschaften. Ordnungen und Hierachien werden aufgelöst.

2.3., 18 Uhr, 3.3., 18 und 20 Uhr, Bockenheimer Depot, Frankfurt, Carlo-Schmid-Platz 1.

Violent Event

Gewalt übt auf viele Menschen eine Faszination aus. Verena Billinger und Sebastian Schulz haben in ihrer Choreografie „Violent Event“ Strategien zur Untersuchung der Gewaltbereitschaft entwickelt. Es wird gefesselt, geknebelt, Grenzen werden erforscht, Gratwanderungen unternommen. Die Kernfrage: Wie ist ein „friedvolles“ Leben möglich, das von Gewalt immer schon durchdrungen ist?

2.3., 18 Uhr, 3.3., 22 Uhr, 4.3., 15 Uhr, Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt, Waldschmidtstraße.

On Trial Together

In der Alten Schlosserei der EVO in Offenbach gastieren der Performer Asentic und die Dramaturgin Vujanovic. Ihre Aufführungen sind politisch, handeln von Demokratie und politischem Handeln. „On Trial Together“ ist eine Kreuzung aus Choreografie, Gessellschaftsspiel und Happening und stellt die Frage: Was ist Theater und was Choreografie?

3.3., 4.3., 5.3. jeweils 14.30 Uhr, 6.3., 11 Uhr, Alte Schlosserei EVO, Offenbach, Goethering, Werkseinfacht EVO.

Aerobics!

Paula Rosolen ist eine argentinische Choreografin, die in Frankfurt wohnt. Ihr Ballett „Aerobics!“ führt in die 80er Jahre zurück, nur das Quietschen und Stampfen der Turnschuhe bilden den Soundtrack zum Tanzstück, bei dem Schritte aus Aerobic mit den Kompositionsprinzipien aus dem klassischen und postmodernen Tanz überlagert werden.

4.3. und 5.3. jeweils 20 Uhr, Kurtheater Bad Homburg, Louisenstraße 58.

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