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Schnelle Lösung für Testpflicht-Dilemma

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Es ist richtig, Heimbewohner:innen auch mit Schnelltests zu schützen. Doch dass sich Angehörige den Besuch dort nicht leisten können, darf nicht sein.

Die Situation in den Alten- und Pflegeheimen ist nach wie vor sehr angespannt. Nirgendwo sonst forderte die Pandemie bisher so viele Tote. Die Bewohner:innen bedürfen eines besonders starken Schutzes. Was nicht heißen darf, die Fehler aus dem Frühjahr zu wiederholen – die Alten und Kranken komplett wegzusperren. Das wochenlange Besuchsverbot hat die Betroffenen nachhaltig verstört. Es war unmenschlich.

Anders als vor einem halben Jahr gibt es jetzt ausreichend Schutzmaterial wie FFP2-Masken. Aktuell gibt es auch genug Schnelltests, um die Gefahr einer Ansteckung der Schwächsten in der Gesellschaft zu verhindern. Was es weiterhin nicht gibt, ist ausreichend Personal in den Heimen, die sich nahezu jede Woche mit neuen Anordnungen konfrontiert sehen. Seit fast einem Jahr arbeiten sie in dieser Ausnahmesituation – einige stets am Rande der Überforderung.

Es gibt Einrichtungen, die es trotzdem schaffen, jetzt auch noch sämtliche Besucher:innen kostenlos zu testen. Aber nicht wenige sehen sich dazu außerstande. Nun soll die Bundeswehr einspringen, bis Freiwillige das Testen übernehmen. Die Helfer werden erst mal geschult, müssen rekrutiert werden. Auch eignet sich nicht jede:r dafür. Und es werden nicht genug sein, um auch jedes kleine Heim auf dem Land bedienen zu können.

Die Testpflicht für Besucher:innen ist richtig, und sie kommt leider reichlich spät. Doch wieder einmal hat die Politik etwas angeordnet, ohne sich zuvor zu informieren und die notwendige Basis zu schaffen. Es ist keineswegs so, dass in ganz Hessen um jede Ecke ein Testcenter seine Dienste anbietet. Es ist auch nicht so, dass Schnelltests für ein paar Euro zu haben sind.

So manche Angehörigen mit schmalem Portemonnaie werden es sich jetzt dreimal überlegen, wie oft sie ihren Lieben im Heim Gesellschaft leisten. Wieder einmal zeigt sich, dass Corona die Menschen mit geringem Einkommen besonders hart trifft. Wieder einmal zeigt sich, dass Grundsicherung oder Hartz IV nicht ausreichen, um den Ansprüchen an Hygiene und Schutz vor dem Virus zu genügen.

Die Testpflicht komme einem Besuchsverbot gleich, sagt der Mann, der seine pflegebedürftige Frau gerne so oft wie möglich sehen will. Er ist verzweifelt. Und kein Einzelfall. Menschen wie er bedürfen dringend unbürokratischer Hilfe. Dass dies möglich ist, zeigt der Main-Kinzig-Kreis. Er handelt vorbildlich.

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