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Schnee lockt zum Schlittenfahren

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Ansturm auf den Großen Feldberg aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet

HOCHTAUNUS - Ski und Rodel gut, hieß es am Wochenende rund um den Großen Feldberg. Das bedeutete aber auch, dass Parkplätze absolute Mangelware waren und am Sonntag mal wieder das befürchtete Verkehrschaos ausbrach. Seit Donnerstag war vor allem in den Höhenlagen im Taunus genug Schnee gefallen, um die Herzen der Wintersportler höher schlagen zu lassen.

Nach besonders ergiebigen Schneefällen in der Nacht zum Samstag konnten sogar die Freunde des Skilifts Oberreifenberg die Anlage oberhalb der Jugendherberge in Betrieb nehmen. „Der Samstag war der bisher stärkste Tag überhaupt, seit wir in der vergangenen Saison den Lift wieder ertüchtigt haben“, sagte Yvonne Schuster, die Vorsitzende der Skilift-Freunde. Bis zum späten Nachmittag drängelten sich Ski- und Snowboardfahrer am Einstieg, um sich immer wieder hinaufschleppen zu lassen und den Hang hinunter zu sausen. Ähnlich voll waren der große Rodelhang auf der Pechwiese am Ortsausgang von Oberreifenberg und natürlich der Gipfel selbst.

Weil sich am Samstag der Ansturm noch in Grenzen hielt, war von Ehrenamtlern der Verkehrswacht lediglich die Zufahrt zum Feldberggipfel ab der Spitzkehre für den Individualverkehr gesperrt. Unter dem enormen Besucherdruck am Sonntag war dann, wie nicht anders zu erwarten, die sogenannte mittlere Lösung nicht mehr zu vermeiden. Wie die Polizeistation Königstein auf Anfrage mitteilte, waren am Sonntag bereits ab 11 Uhr alle Parkplätze unterhalb des Gipfels belegt. Daher war schon aus Richtung Oberursel und Schmitten ab Sandplacken und aus Richtung Königstein ab Rotem Kreuz die Anfahrt zum Feldberg nicht mehr möglich. Zur Absperrung war auch dort die Verkehrswacht unterstützend im Einsatz. Seitens der Polizeistation Königstein hieß es: „Das ist seit 30 Jahren der Klassiker, um an schneereichen Wochenenden ein größeres Verkehrschaos zu vermeiden.“ Wer nur ein paar Stunden Winterspaß haben wollte, musste sowieso nicht unbedingt bis ganz hinauf zum Gipfel. Der war wolkenverhangen und bot alles andere als schöne Aussichten, allenfalls eine märchenhafte Kulisse. Aber auch weiter unten lagen bei Ausflüglern, die zum Teil Waldwege zum Parken benutzten und sich festgefahren hatten, die Nerven schnell blank.

Schon am Samstag waren Stellplätze am Parkplatz Pfarrheckenfeld gegenüber der Rodelwiese heiß umkämpft. Familie Weisenbacher aus Oberursel ist über Königstein angereist und zwar möglichst früh. „Man muss früh los, solange noch alles frei ist, dann findet man am Roten Kreuz bequem einen Parkplatz und kann das letzte Stück zum Skihang laufen.“

Schmittener Insider wie Stefan und Alison Schmitt wissen, wie man stressfrei zum Skihang kommt. „An der ehemaligen Bildungs- und Familienferienstätte Oberreifenberg gibt es eigentlich immer einen Parkplatz und von dort ist es den Berg hinauf nicht mehr weit.“ Aber ein Stück Fußweg ist einigen Ausflüglern offensichtlich selbst in der Freizeit zu viel. Schon am Samstag kam es in Oberreifenberg zu unschönen Szenen zwischen uneinsichtigen Autofahrern, die nicht einsehen wollten, dass man private Einfahrten nicht einfach zuparken und auch keine Straßen blockieren darf. Aber es ging auch anders. Antonia Raditz aus Frankfurt-Bockenheim war mit ihren Kindern, dem sechsjährigen Joshua und der vierjährigen Pauline, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Pechwiese gefahren. „Mit dem Schlitten war es im Bus natürlich ziemlich eng“, erzählte sie und ergänzte: „Eine Stunde Fahrtzeit in den Taunus ist doch vollkommen ok, wir stehen ja nicht unter Zeitdruck.“ Und wie sah es am Wochenende mit Unfällen und Verletzungen aus? „Dafür, dass so viel los ist hier oben, war es bei uns relativ ruhig“, stellte Bergwacht-Bereitschaftsleiter Jens Werner am Sonntag in der Mittagszeit fest. „Große Einsätze hatten wir bisher an beiden Tagen nicht, nur ein paar Hilfeleistungen.“

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