Kommentar

Ein schmerzlicher Verlust für Hessens FDP

  • Pitt v. Bebenburg
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Der hessische FDP-Landeschef Stefan Ruppert geht. Wer sein Nachfolger wird, ist für Hessens Zukunft nicht ganz unbedeutend. Unser Kommentar.

Für die hessische FDP ist das ein schmerzlicher Verlust. Mit Stefan Ruppert tritt ein kluger Kopf ab, der einen erheblichen Anteil daran hat, dass die Freien Demokraten nach dem Wahljahr 2013 wieder auferstanden sind.

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre bricht der hessischen FDP eine Führungsfigur weg, weil Angebote aus der Wirtschaft locken. Vor gut zwei Jahren hatte sich Florian Rentsch, damals FDP-Fraktionschef im Landtag, zu einem Bankenverband verabschiedet. Nun zieht es Ruppert zu einem Pharmahersteller.

Mit Rentsch verlor die Landtagsfraktion ihren scharfzüngigsten Redner, der die FDP politisch auf einem klar wirtschaftsliberalen Kurs segeln ließ. Unter seinem Nachfolger René Rock und dem Landesvorsitzenden Ruppert hingegen hat sich die Partei für mehr Themen geöffnet – und ist insbesondere in der Innen- und Bildungspolitik näher an die SPD herangerückt, was ihr mehr Bündnisoptionen eröffnet.

Rupperts betont sachliche, nie polemische Art, hat ohnehin dazu beigetragen, das Verhältnis zu anderen Parteien zu verbessern. Darauf könnte es in den nächsten Monaten durchaus ankommen. Noch ist nicht klar, wie lange Ministerpräsident Volker Bouffier noch weitermacht und ob auch ein neuer Ministerpräsident die knappe schwarz-grüne Mehrheit zusammenbekommt. Es ist also nicht ganz unbedeutend für Hessen, wer Ruppert nachfolgt und künftig die Landes-FDP führt.

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