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Auch die Nase kam am Sonntag zum Einsatz bei der Genussmesse.

Rödermark

Schlemmen mit Trüffeln und edlem Likör

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Die zweite „Fein und lecker - Messe“ mit 50 Ausstellern wird in der Kulturhalle abgehalten.

Gurke-Basilikum-Sirup mit Weinschorle – das mag zunächst ungewöhnlich klingen, doch schon beim ersten Probeschluck gibt es durchweg Lob für das Getränk. Anne-Kathrein Wenski reicht das Getränk in kleinen Bechern zum Probieren herum. „Ich experimentiere eben gern mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen“, sagt die Mannheimerin, die „Mundart-Sirup“ gegründet hat. Bei der zweiten „Fein und lecker - Messe“ in der Ober-Rodener Kulturhalle am Sonntag hat sie alle Hände voll zu tun, so viele Besucher möchten etwas von ihren Kreationen kosten.

Die Messe ist gut besucht, an einigen der rund 50 Ständen haben sich lange Besucherschlangen gebildet. Wer etwa Wildwurst kosten möchte, braucht Geduld. zum Glück gibt es aber so viele unterschiedliche Angebote, dass sich auch rasch Alternativen finden. „Der Quittensaft ist klasse“, lobt eine Besucherin, eine andere schwärmt von den Trüffelspezialitäten, die der Rodgauer „Trüffelstore“ anbietet. Die edlen Pilze liegen gleich dutzendfach in großen Schalen, der feine Trüffelduft ist deutlich spürbar.

Zwei Besucherinnen zeigen Veranstalter Lutz Kehden stolz ihre Ausbeute: Vier prall gefüllte Taschen voll Cidre, Käsekuchen, Limoncello, Pistazienlikör, Nudeln oder Maischips. „Ich habe alles ausgegeben, was ich dabei hatte“, sagt eine der beiden und lacht. Kehden kennt diese Situation gut, schließlich gibt es genug zu entdecken auf der Messe.

2016 hat der Leiter einer Marketing-Agentur die erste Messe in Griesheim veranstaltet. „Ich koche gern und war selbst immer zu Besuch bei Foodmessen, dass ich beschlossen habe, selbst eine zu organisieren“, sagt der 50-Jährige. Der Erfolg gab ihm Recht, seitdem hat er sein Hobby zum Beruf gemacht und organisiert immer wieder Messen rund um Kulinarik. „Es gibt ein Umdenken in Sachen Ernährung“, ist der Anhänger der Slow-Food-Bewegung überzeugt. Natürlich ist auch die Frankfurter Slow-Food-Gruppe auf der Messe vertreten. Zwar gibt es auch Aussteller aus Italien oder Österreich, doch legt Kehden Wert auf hessische und besonders regionale Aussteller.

Käsekuchenvariationen

So präsentiert der Neu-Isenburger „Kuchenseppel“ seine Käsekuchenvariationen oder stellt Andreas Buhl vom Hainburger Marmeladenladen seine Köstlichkeiten vor. „Vor zwölf Jahren habe ich nebenberuflich mit den Marmeladen angefangen, seit drei Jahren ist es mein Haupterwerb“, sagt Buhl. Für Rita Pförtke aus Rödermark ist das Destillieren von Kräutern zu Likör das Familienmetier, seit 1897 wird in der Familie Likör hergestellt. Ihr bernsteinfarbener „Waldgold“-Likör erntet viel Lob von den Besuchern.

Die Geschichten der einzelnen Hersteller ähneln sich: Aus Enttäuschung über das konventionelle Angebot an Lebensmitteln sei die Experimentierlust geweckt worden. So war es auch bei der Frankfurterin Julia Kendzior, die als „Crunchy Queen“ Müslis anbietet. „Ich wollte auf raffinierten Zucker und Konservierungsstoffe verzichten und habe ein wenig herumexperimentiert“, sagt sie. Ihr erstes Müsli der Geschmacksrichtung „Gebrannte Mandeln“ ist auch bei der Messe besonders gefragt. Immer wieder muss sie den erstaunten Besuchern sagen, dass es ohne Zucker auskommt.

Gefragt ist natürlich auch eine nordhessische Spezialität, die Ahle Wurscht. Jorias Bach von der Ringgauer Landfleischerei Opfer schneidet die großen Würste an. „Nur die Würste mit dem Siegel vom ‚Verein Ahle Wurscht‘ sind echte Ahle Wurscht“, erklärt er, in Südhessen sei in Supermärkten vieles unter diesem Begriff erhältlich, was nichts mit der nordhessischen Spezialität zu tun habe. „Wieder was gelernt“, sagt ein Besucher und lacht.

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