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Schlaue Autos reden miteinander

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Von: Jutta Rippegather

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Freie Fahrt wünschen sich alle. Doch es ist eng auf den Straßen in Rhein-Main.
Freie Fahrt wünschen sich alle. Doch es ist eng auf den Straßen in Rhein-Main. © Chris Hartung

Intelligente Leitsysteme und andere Ideen für einen besseren Verkehrsfluss

Kein Geld für den Ausbau des Schienenverkehrs, kein Geld für lang ersehnte Umgehungsstraßen: Mit einer Maut für Autos alleine sind diese Probleme nicht zu lösen, meint Dieter Posch (FDP). Der hessische Verkehrsminister plädiert für eine Kommission, die „alles auf den Prüfstand stellt“. Planungen, Bau und auch die Finanzierung von Verkehrs-Infrastruktur in der Republik.

„Wir können mit dem gleichen Geld mehr machen“, lautet die Idee, für die Posch am Freitag im Rahmen der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) beim 9. Hessischen Mobilitätskongress wirbt. Wildwechsel-Brücken über den Autobahnen müssten keine 70 Meter breit sein, zwischen Planung und Realisierung verginge zu viel Zeit. Die Amtskollegen in anderen Bundesländern sähen das auch so. Jetzt müsse man noch den Bundesverkehrsminister überzeugen. „Wir bauen in Deutschland zu teuer.“

Im Transitland Hessen ist der Druck besonders groß. Nirgendwo sonst in der Republik sei das Verkehrsaufkommen so groß wie rund um Frankfurt – ob auf der Straße, der Schiene oder in der Luft.

Aus der vorhandenen Infrastruktur mehr herausholen, darin sind die Hessen geübt: Unter dem Titel „Staufreies Hessen“ werden Autobahn-Standstreifen zu Fahrspuren. Flexible Hinweisschilder ermöglichen variable Tempolimits. Bei jeder Gelegenheit rühmt Posch diese Errungenschaften als großen Erfolg. Auch bei diesem Kongress fehlt der Hinweis nicht.

Passt auch zum Thema. Geht es doch um „intelligente Verkehrssysteme“. Dazu gehören die Induktionsschleifen und Kameras, mittels derer flexible Hinweisschilder gesteuert werden. Dazu gehört aber auch ein weiteres Zukunftsprojekt, mit dem die Industrie zusammen mit Wissenschaft und dem Land experimentiere: die Kommunikation zwischen den einzelnen Fahrzeugen.

Kay Lindemann, Vizegeschäftsführer des Verbands der Automobilindustrie, sagt, wie es funktioniert. Wenn bei einem Fahrzeug der Scheibenwischer angeht oder der Warnblinker, sendet es diese Informationen an die Wagen hinter ihm oder die Verkehrsleitzentrale. „Auch die Temperaturangaben können für den Verkehrsfluss entscheidend sein“, sagt Lindemann. Eine Flotte von 120 Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller werde demnächst an den Start gehen, um neun Monate lang solche Systeme zu prüfen. Bundesweites Testfeld ist Südhessen. Nach neun Monaten Praxis, sagt Lindemann, werden die Ergebnisse ausgewertet. Die anfallende Datenmenge werde enorm sein: „Um sie unterzubringen, braucht es 60 Laptops.“

Moderne Informationstechnologie auf dem Vormarsch: Das zeigt auch die Ausstellung, die den Mobilitätskongress begleitet. Hier geht es nicht nur ums Auto, sondern auch um die Vernetzung unterschiedlicher Verkehrsmittel. Ganz neu: Im nächsten Jahr soll „MainGuide“ als kostenlose mobile Applikation fürs Handy herauskommen. Ein Navigator für das Rhein-Main-Gebiet, der alle aktuellen Informationen bündelt – über Bus und Bahn, Radwege oder die Situation auf den Straßen.

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