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Der Schatten eines Redners, aufgenommen vor dem Logo der FDP.
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Ein Mitglied der FDP Bruchköbel war Neonazi. Seine Partei steht hinter ihm. (Symbolbild)

Kommunalwahl 2021

Kommunalwahl in Hessen: FDP steht zu ehemaligen Neonazi

  • Hanning Voigts
    vonHanning Voigts
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Ein FDP-Kandidat für die Stadtverordnetenversammlung von Bruchköbel war früher mal Neonazi. Seine Partei stellt sich hinter ihn und will mit dem Thema endlich abschließen.

Bruchköbel – Der junge Mann wirkt adrett. Mit weißem Hemd und schwarzem Sakko präsentiert sich Benedikt Bandura auf der Webseite der FDP in Bruchköbel (Main-Kinzig-Kreis). Bandura, nach eigenen Angaben Student und „Sales Manager“, ist Beisitzer im Ortsvorstand und kandidiert bei der Kommunalwahl am 14. März auf Listenplatz 10 der FDP für die Stadtverordnetenversammlung von Bruchköbel. Im Wahlprogramm seiner Partei heißt es, man wolle die Zukunft der Stadt positiv gestalten und stehe „für eine offene, liberale Bürgergesellschaft“.

Es gab Zeiten, da hätte Benedikt Bandura mit solchen Formulierungen wohl wenig anfangen können. In einem früheren Leben, ungefähr zwischen 2010 und 2014, bewegte er sich in der militanten hessischen Neonazi-Szene. Im Frühjahr 2011 berichtete die Frankfurter Rundschau erstmals über Bandura, seine feste Einbindung bei den „Nationalen Sozialisten Rhein-Main“, seine Teilnahme an Neonazi-Demos und seine Vorliebe für Rechtsrock – ohne seinen Namen zu nennen. In der Folge wurde Bandura vom Landkreis Offenbach freigestellt, bei dem er eine Ausbildung machte.

Zuletzt berichtete die FR im Sommer 2018 über Benedikt Bandura, kurz nachdem er in die FDP eingetreten war. Damals sagte er, seine Zeit in der rechten Szene sei ein Fehler gewesen, den er durch sein parteipolitisches Engagement wettmachen wolle. Er habe eine „innere Demokratisierung“ durchlaufen und wolle mit seiner rechten Vergangenheit endlich abschließen. Die FDP Bruchköbel teilte der FR damals mit, man habe von Banduras Vergangenheit nichts gewusst und wolle sich in Ruhe ein eigenes Bild machen.

FDP in Bruchköbel: Benedikt Banduras glaubwürdige Rehabilitation

Und das hat die FDP nun offenbar getan. Auf FR-Anfrage teilten der Ortsverbandsvorsitzende Jürgen Schäfer und die lokale Spitzenkandidatin Katja Lauterbach mit, Benedikt Bandura sei bei der FDP nie mit rechtsextremistischen Aussagen aufgefallen und habe sich in persönlichen Gesprächen glaubwürdig von jeglicher rechter Ideologie distanziert. Sollte er ins Stadtparlament gewählt werden, werde er dort lediglich als einfacher Stadtverordneter fungieren. Der FDP-Ortsverband sehe das ganze Thema „nach drei Jahren als abgeschlossen an“. Man sei froh, letztlich zur Rehabilitierung von Bandura beigetragen zu haben. Man habe ihm in Abstimmung mit dem Landesverband der Liberalen eine Chance gegeben, „die er bisher sehr gut und vorbildlich genutzt hat“.

Benedikt Bandura selbst wollte nicht mit der FR sprechen. Damit er in Bruchköbel wirklich bald Kommunalpolitik mitgestalten kann, müsste seine Partei bei der Wahl ordentlich zulegen – aktuell stellt die FDP dort nur vier Stadtverordnete. (Hanning Voigts)

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