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Schafwolle bleibt Minusgeschäft

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Der Naturschutzfonds Wetterau lenkt in einer Mitteilung den Blick auf das Verwerten der Schafwolle. Die Wolle müsse jährlich runter vom Schaf. Durch jahrelange Züchtung haben die Tiere die Fähigkeit verloren, ihre Wolle abzuwerfen und seien daher auf die Schur angewiesen. Zwischen drei und vier Kilogramm Wolle fallen pro Schaf und Jahr an. Die geringen Wollpreise gepaart mit mehreren Verarbeitungsschritten senken die Erlöse aus der Wolle allerdings stark herab.

Nach der Schur werde das Vlies gewaschen, gekämmt, versponnen und gegebenenfalls eingefärbt. Klimatische Bedingungen und eine hohe Flächenverfügbarkeit hätten dazu geführt, dass der globale Welthandel von Neuseeland, Australien, China und Argentinien bestimmt werde. Mit den geringen Preisen und der höheren Faserfeinheit könne die heimische Wolle kaum mithalten. Erlöse aus dem Wollverkauf würden oft nicht mal die Kosten für die Schur decken. Auch Vermarktungs- und Verarbeitungsstrukturen seien in Deutschland über die Zeit weggebrochen und erschweren weitere Verarbeitungsschritte. Eine zusätzliche Schwierigkeit sei, dass Wolle als sogenanntes K3-Material (tierisches Nebenprodukt) gehandelt wird. Die Kategorisierung führe zu höheren Auflagen beim Transport und der Verarbeitung von Rohwolle.

"Die Leistung der Schafe in der Landschaftspflege ist unersetzlich", sagt Landrat Jan Weckler, Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes Naturschutzfonds Wetterau. Während sich Fleisch und Milchprodukte vermarkten ließen, blieben die Wetterauer Schäfer auf der Wolle sitzen, zahlen für deren Entsorgung noch drauf oder geben sie für einen geringen Preis an Händler ab. Wolle sei ein wertvoller Rohstoff.

"Durch den Kauf regionaler Produkte haben Verbraucherinnen und Verbraucher die Möglichkeit die heimischen Schäferinnen und Schäfer zu unterstützen", erklärt Franka Hensen vom Naturschutzfonds. red

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