+
Martina Weiß und Stefan Soltek mit Werken, die in der Dauerausstellung zu sehen sein sollen.

Klingspor-Museum in Offenbach

Schätze ans Licht bringen

  • schließen

Das Klingspor-Museum in Offenbach sammelt Spenden für eine multimediale Dauerausstellung.

Ein farbenfrohes Malerbuch des Künstlers Anton Tàpiez oder ein von Rudolf Koch und seinen Schülern gestaltetes Psalterbuch mit kunstvollen Schriften und Illustrationen: Solche Schätze hütet das Klingspor-Museum in seinem Magazin. Doch da das Museum über keine Dauerausstellung verfügt, sind Objekte wie diese fast nie zu sehen. Das soll sich zum 66. Geburtstag des Hauses am 7. November kommenden Jahres aber ändern: Dann will das Museum seine erste Dauerausstellung eröffnen.

„In den vergangenen Jahren kam es immer wieder vor, dass Besucher von weither kamen und dann enttäuscht waren, dass etwa nichts von Rudolf Koch zu sehen war“, erzählt Museumsleiter Stefan Soltek. Natürlich, sagt Bibliothekarin Martina Weiß, könne jedes Werk aus dem Bestand zur Betrachtung im Lesesaal ausgeliehen werden. „Aber einerseits wissen das nur wenige, und andererseits gibt es da eine Hemmschwelle bei den Besuchern.“

Bisher konnte der Bestand immer nur in Wechselausstellungen gezeigt werden, mit der Dauerausstellung ergibt sich für das Haus die Chance, auch unbekannte Objekte zu präsentieren. Und zu sehen gibt es einiges, denn die Ursprungssammlung aus dem Bibliotheksbestand von Karl Klingspor ist von damals 3000 Bänden auf inzwischen mehr als 80 000 Objekte angewachsen.

Eine Dauerausstellung sei schon lange als Idee im Haus herumgegeistert, sagt Soltek, doch erst eine Anfrage über neues Mobiliar bei den Künstlern Stefan Stichler und Corinna Krebber brachte den Stein ins Rollen. „Eigentlich wollten wir nur ein paar neue Tische angehen, aber dann wurde daraus eine Befragung ums Selbstverständnis als Museum. Und am Ende stand die Erkenntnis, dass sich das Museum mit einer Dauerausstellung präsentieren müsse.

Die soll im „Kopfbau“, der der Herrenstraße zugewandten Seite des Flügels des Büsing-Palais, vom Erd- bis hinauf ins Dachgeschoss eingerichtet werden. „Geplant sind auch Sitzecken zum Schmökern oder Tische, an denen man selbst mit Feder und Tinte schreiben kann“, sagt Weiß. Mit sechs Themenschwerpunkten – Schrift, Illustration, Künstlerbuch, Malerbuch, Pressedrucke und Typografie – sollen Objekte aus dem Bestand gezeigt werden. „Allerdings werden die Objekte wechseln, das ist schon aus konservatorischen Gründen nötig“, sagt Weiß.

Im ersten Stock soll eine Multimediastation aufgestellt werden, an denen die Besucher virtuell durch kostbare Künstlerbucher blättern können. „Auf der Frankfurter Buchmesse haben wir schon sehr positive Erfahrungen mit dieser Präsentation gemacht“, sagt Soltek.

Der Haken an der Sache: Das Haus benötigt dafür Geld. Da die Stadt angesichts der angespannten Haushaltslage kaum etwas zuschießen kann, setzt Soltek auf Spenden. „Es werden rund 50 000 Euro für die Schaffung der Dauerausstellung benötigt“, sagt er. Bereits in der Vergangenheit war das Museum erfolgreich bei Spendenaufrufen, etwa beim Einbau des Aufzugs. Soltek hofft auf breite Spendenfreude: „Zum 7. November werden wir auf jeden Fall die Dauerausstellung eröffnen.“ Ein Zurück gebe es nicht.

Weitere Infos nach E-Mail an monika.jaeger@offenbach.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare