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konzert

Sanfter Blick zurück

Wenn Aren Emirze über seine Band Harmful spricht, schwingt Stolz mit. Nicht darüber, dass es Harmful je zu breitem Ruhm gebracht hätte, sondern weil es das

Wenn Aren Emirze über seine Band Harmful spricht, schwingt Stolz mit. Nicht darüber, dass es Harmful je zu breitem Ruhm gebracht hätte, sondern weil es das hessische Heavy-Trio auf stattliche 15 Jahre gebracht hat: streng nach Prinzip der Ochsentour. Interessant an Harmful ist die Verbindung aus athletischer Riff-Arbeit und Emirzes ruhiger, fast introspektiver Gesangsart. Für das sanfteste Instrument seiner Band hat der Mittdreißiger vor zwei Jahren eine Nebenspielstätte eröffnet. Emirsian heißt das Soloprojekt, eine Reverenz an den ursprünglichen Familiennamen des Sängers. Der stammt aus einer Zeit, als seine Vorfahren in Armenien lebten - vor dem Völkermord durch die Türken.

Bei seinem Alleingang lässt Emirze die E-Gitarre stehen und begleitet sich auf der Akustischen, sparsam umrahmt von kammermusikalischen Klangfarben, Bouzouki, Cello, Chören. Das hat kaum etwas zu tun mit dem, was es sonst so zu hören gibt, wenn Metal-Shouter Soloplatten aufnehmen und dafür zu leidenschaftlichen Balladiers mit Wandergitarre mutieren. Die Musik auf "Yelq" klingt angenehm undramatisch, erinnert darin an den Fluss einer privaten Unterhaltung.

Die passende Stimmung zu Emirsians Grundthema: armenische Wurzeln, das Wiederentdecken des Familienerbes. In den Songs tauchen nun, wie schon auf dem Debütalbum, Mitschnitte aus einer alten Kassette mit Liedern des verstorbenen Vaters auf. Es sind verblichene Stimmen und traditionelle armenische Harmonien, die Emirze als dezenten Strom mitführt.

Bei seiner gegenwärtigen Tour lässt sich der Songwriter neben einer kleinen Band von wechselnden Gästen begleiten. In Frankfurt kann man den vielleicht einprägsamsten Abend der Konzertreise erleben. Dafür wird Aydo Abay, bis vor kurzem Sänger der Koblenzer Indie-Rocker Blackmail, zeitweise das Gesangsmikro übernehmen. Zudem wird das armenische Duo Hartar erwartet. Die Lieder des in Paris lebenden Duos lief bei den Emirzes einst ständig - lange bevor der Sohn des Hauses seine erste Metal-Band gründete. rec

Emirsian, 1.2., 20 Uhr, Brotfabrik, Frankfurt, Bachmannstraße 2-4,

Karten-Telefon 01 80 / 5 04 03 00

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