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Die heimlichen Stars des Festivals: "Blackwizard Acrobats" aus Kenia.

"One race" in Aschaffenburg

Das erwartet Besucher beim Afrika-Karibik-Festival

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Tausend Quadratmeter Strand, ein Weltbasar und eine Menge bekannter Musiker – all das gibt es beim 20. Afrika-Karibik-Festival in Aschaffenburg.

Bob Marleys Sohn kommt nach Aschaffenburg. Nicht zum Sightseeing. Ky-Mani Marley tritt in der bayrischen Rhein-Main-Nachbarstadt mit dem deutschen Reggaesänger Gentleman beim 20. Afrika-Karibik-Festival auf. Und zwar am 12. August.

Doch das sind nicht die einzigen großen Musiker-Namen: Unter dem Motto: „one race ... human!“ lassen mehr als 20 Künstler die Boxen dröhnen. Auf vier Bühnen am Ufer des Bayrischen Untermains spielen deutsche und internationale Musiker, darunter Rea Garvey („Supergirl“), der legendäre Rapper Samy Deluxe, die Hip-Hop-Band die Ohrbooten und der weltweit gefeierte Felix Jaehn.

Der 22-Jährige ist in der Nähe von Boltenhagen an der Ostseeküste aufgewachsen und zählt zu den erfolgreichsten DJs und Musikproduzenten. Mit dem „Cheerleader“-Remix von Omi – der Reggaesänger heißt wirklich so – begann sein Aufstieg in die internationale Musikwelt.

Das Lied erreichte die Spitze der US-amerikanischen Charts. Seit 1989 hatte das kein deutscher Künstler mehr geschafft. Damals stand das Pop-Duo Milli Vanilli auf Platz eins in den Vereinigten Staaten – wie sich später herausstellte, ohne ihre Lieder selbst gesungen zu haben.

Am 11. August werde Felix Jaehn den Festplatz mit seinem „Deep- und Tropical-House- Sound in einen großen Dancefloor verwandeln“, verspricht Veranstalter Mike Jones. Die Künstler wollen den Aschaffenburger Festplatz zum „melting pot der good vibrations“ verwandeln – zum Schmelztiegel der guten Laune also.

Das dürfte Gentleman nicht schwerfallen. Der Reggaemusiker ist ein gern gesehener Gast des Festivals. Dieses Jahr steht der 42-Jährige bereits zum sechsten Mal auf der Bühne am Mainufer. Zusammen mit dem 41 Jahre alten Ky-Mani Marley spielt er Lieder aus ihrem gemeinsamen Album „Conversations“.

Der Auftritt am Samstagabend in Aschaffenburg wird der einzige der beiden in ganz Deutschland in diesem Jahr überhaupt sein.

Und auch ein sehr umstrittener Gast kommt. Für viele ist er der beste Künstler des deutschen Sprechgesangs: Felix Antoine Blume alias Kollegah. Auf dem Hessentag in Rüsselsheim durfte der Rapper nicht auftreten. Nach Sexismus- und Antisemitismusvorwürfen hatte die Stadt die Rap-Nacht abgesagt.

Auch Kollegah kommt zum Afrika-Karibik-Festival  

Im März machte der Rapper Schlagzeilen, als er bei einem Auftritt einen Fan schlug, der nach seiner Sonnenbrille gegriffen hatte. Beim Afrika-Karibik-Festival ist er willkommen. Vielen gilt er als lyrisches Genie. Seine Texte sind aufgrund raffinierter Reimketten Kult. Der „Boss der Bosse“ präsentiert seine Reim- und Goldketten am Donnerstagabend ab 20 Uhr auf der Hauptbühne.

Wem Felix Jaehn oder Kollegah nicht afro-karibisch genug sind, der wird vor der „Culture-Stage“ glücklich. Dort treten die heimlichen Stars des Festivals auf: Von Freitag bis Sonntag gehört die Bühne den „Blackwizard Acrobats“ aus Kenia. Den ganzen Tag präsentieren sie menschliche Pyramiden, Feuerlimbo und Jonglage zu Trommeleinlagen und afrikanischen Rhythmen. Wenn die Dunkelheit hereinbricht, bringt der Feuerkünstler Ben Licht auf das Festivalgelände.

Doch das Festival bietet mehr als nur Musik und Shows: zum Beispiel 1000 Quadratmeter Strand und einen Weltbasar mit über 100 Händlern. Dort gibt es Trommeln, Halsketten oder exotische Düfte – aus Afrika und allen Teilen der Welt. Im Kinderbereich des Festivals können die jüngsten Besucher sich mit Trommelworkshops und Kinderschminken beschäftigen , die älteren mit Wasserparcours und Hockey Spaß haben.

Das erste Festival öffnete 1998 in Aschaffenburg seine Pforten. Damals noch unter dem Namen „Afrika-Kultur-Festival“. „Ziel war es, Musik und Kultur Afrikas und der Karibik in das Rhein-Main-Gebiet zu transportieren“, sagt Mike Jones, „und aus einer Welt auszubrechen, deren höchste Werte Wirtschaftlichkeit und Leistung sind“.

Das Motto „one race ... human!“ ist bereits seit dem vierten Festival fest im Namen verankert. Inzwischen kann das Festival auf eine 20-jährige Geschichte und Auftritte einer Künstlerschar zurückblicken. In den vergangenen Jahren gaben sich Patrice, Cro oder die Söhne Mannheims das Mikrofon in die Hand.

Mittlerweile finden jedes Jahr bis zu 60 000 Besucher den Weg vor die Bühnen. Mike Jones erwartet auch dieses Jahr viele Besucher: „So viele Tickets wie dieses Jahr haben wir noch nie verkauft“, sagt der Veranstalter – der beste Vorverkauf in der Geschichte des Afrika-Karibik-Festivals. Einen Teil der Überschüsse aus dem Kartenverkauf will der Veranstalter an ausgewählte Hilfsprojekte spenden, „wie jedes Jahr mehrere Tausend Euro.

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